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„Bildung vernetzen – Visionen umsetzen“ – das Projekt „Lernende Region Osnabrück“ endet am 30. September 2008
07.07.08

 

Nach nunmehr über sechs Jahren intensiver Projektarbeit endet die Förderung der „Lernenden Region Osnabrück“ (LRO) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zum 30.September 2008.

Die VHS Osnabrück als bisherige Projektträgerin hat auch weiterhin ein großes Interesse daran, die erfolgreichen und bedarfsorientierten Angebote der LRO in ihr Programm aufzunehmen und sie somit regional zur Verfügung zu stellen.

Die Module der LRO sind im Überblick:

„Macht euch stark für starke Kinder“ ©
Kurse für Eltern und pädagogische Fachkräfte
Basiskurs:
Eltern entwickeln Vertrauen in die eigene Erziehungskompetenz und können so das Bewusstsein für das eigene Verhalten schärfen und eigene Bedürfnisse genauso wie Bedürfnisse ihrer Kinder ernst nehmen und erfüllen.

Themenkurse:
• Schnupperkurse zu unterschiedlichen Themen (u.a. Geschwisterstreit, Konflikte, Hausaufgaben, Medienwelten).
• Auf dem Weg zur Schule – Fragen zur Einschulung und Entwicklung eigener Wege für diesen Übergang.
• Wenn es mit dem Lernen schwierig wird – Austausch und Unterstützung zur Schaffung besserer Lernbedingungen.
• Auf dem Weg in die Arbeitswelt – für Eltern von Jugendlichen vor dem Übergang von der Schule in die Arbeitswelt.
• Ausstellung „Kinder sind unsere Zukunft“ – Die Ausstellung verdeutlicht die Bedeutung der Familie als Ort für Bildung, Kommunikation, Beziehugen und gesellschaftliche Teilhabe.Die Wanderausstellung macht auf die konkreten Angebote zur Elternbildung in der Region aufmerksam.

Fit fürs Leben
Kompetenztraining für Jugendliche und junge Erwachsene im Übergang Schule – Arbeitswelt
Das Kompetenztraining setzt alsPräventivangebot an den individuellen Stärken und Fähigkeiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an. Das modular aufgebaute Training ist für fünf Tage konzipiert.

Stärkenanalyse
für Schülerinnen und Schüler im Übergang Schule – Arbeitswelt
In der Stärkenanalyse werden im Verlauf einer Woche von den Schülerinnen und Schülern Arbeitsaufträge in verschiedenen Bereichen bearbeitet. Sie erhaltenein individuelles Persönlichkeitsprofil als Ergebnis der systematischen Beobachtung und Auswertung durch geschulte AssessorInnen.

Fit for Life
Training sozialer Kompetenzen für junge Menschen von 13 – 21 Jahren.
In diesem Sozialtraining im Laufe eines Schulhalbjahres geht es darum, die sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Jugendlichen gezielt zu verbessern, benachteiligte Jugendliche bei der Integration zu unterstützen, Verhaltensauffälligkeiten und Gewaltbereitschaft im Ansatz entgegen zu wirken und das soziale Klima in der Klasse zu verbessern.

ProfilPASS
Portfolio- Instrument für Planung der Bildungs- und Berufsbiographie
Der ProfilPASS und der ProfilPASS für junge Menschen sind Instrumente zur persönlichen Standortbestimmung unb/oder zur beruflichen Planung. Sie dienen der Ermittlung, Dokumentation und der Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen und regen dazu an, sich selbständig oder unter Anleitung mit dem eigenen Handeln intensiv zu befassen.

OS – Bildungslotse
Portal zur Weiterbildung
Der OS – Bildungslotse ist ein zentrales Weiterbildungsportal für die Stadt und den Landkreis Osnabrück (mit ca. 100 Weiterbildungseinrichtungen und ca, 5000 aktuellen Kursen und Seminaren). Über Bildungsanbieter, Bildungsbereiche oder die Detailsuche lassen sich schnell ein Überblick in einer vielfältigen Bildungslandschaft erstellen sowie ein passendes Angebot regionaler Weiterbildungseinrichtungen finden. Onlinebuchungen sind möglich.

Qualifizierungen
Zum ProfilPASS, zu Elterntrainings, Kompetenztrainings und Stärkenanalysen finden Qualifizierungen durch zertifizierte MitarbeiterInnen bei Bedarf und auf Anfrage statt.

Weitere Informationen zu diesen Angeboten können Sie im neuen Programmheft der VHS finden. (Erscheint im August 2008)
Stärken, Schwächen und Interessen entdecken
07.07.08

Aus der NOZ vom vom 07.03.2008

Wer bin ich, was will ich, und wo will ich hin? Um das herauszufinden, gibt es jetzt den "ProfilPASS für Schüler", der die Jugendlichen dazu anleiten soll, sich mit ihren Interessen und Stärken, aber auch Schwächen auseinanderzusetzen.

Wer bin ich, was will ich, und wo will ich hin? Um das herauszufinden, gibt es jetzt den Profilpass für Schüler – er ist das Resultat aus der Zusammenarbeit von Schulen, sozialpädagogischen Jugenddiensten und Bildungsträgern. Der Pass soll die Jugendlichen dazu anleiten, sich mit ihren Interessen und Stärken, aber auch Schwächen auseinanderzusetzen und an ihrer Profilbildung zu arbeiten.

Momentan führen die Hauptschule Eversburg und Innenstadt, die Schule in der Dodesheide und die Herman- Nohl-Schule den Profilpass in den Klassen 7 und 8 ein. Die Pestalozzi- und die Käthe-Kollwitz-Schule folgen im Schuljahr 2008/2009.

Mit dem Profilpass können die jungen Leute ihre innerhalb und außerhalb der Schule erworbenen sozialen und berufsbezogenen Fähigkeiten dokumentieren. Dazu gehören etwa Jugendleiterausbildungen, ehrenamtliche Aktivitäten sowie berufsvorbereitende Kurse, die etwa die städtische Kompetenzagentur an den Schulen anbietet.

Oberbürgermeister Boris Pistorius sieht den konkreten Nutzen besonders bei der Berufsfindung und Ausbildungsplatzsuche: „Es ist gut, wenn sich die Schülerinnen und Schüler möglichst früh mit dem Thema Beruf und Berufswahl beschäftigen und dabei durch Schule, Eltern und Fachleute unterstützt werden.“

Vorbereitet wurde das Projekt von der Kompetenzagentur in Abstimmung mit der Landesschulbehörde Osnabrück und in Kooperation mit dem Projekt Lernende Region der Volkshochschule.
ProfilPASS für die Schüler (ON am Sonntag vom 09.03.2008)
02.07.08

Was kann ich und was habe ich bisher in meiner Freizeit, mit meiner Familie und Freunden, in der Schule oder während der Ausbildung getan? Wo liegen meine Stärken?

Die Hauptschule Eversburg, die Hauptschule Innenstadt, die Schule in der Dodesheide und die Hermann-Nohl-Schule führen mit Unterstützung der Stadt den ProfilPass in der Kl. 7 und 8 ein.
Die Pestalozzi-Schule und die Käthe -Kollwitz-Schule folgen im kommenden Schuljahr. Mit dem ProfilPass haben Schüler die Möglichkeit, ihre innerhalb und ausserhalb von Schule erworbenen sozialen und berufsbezogenen Fähigkeiten zu dokumentieren. Die Schüler sollen durch den ProfilPass angeleitet werden, sich mit ihren Interessen und Stärken, aber auch Schwächen auseinander zu setzen und stetig an ihrer persönlichen Profilbildung zu arbeiten. Durch die Behandlung des Profilpasses im Unterricht werden die Jugendlichen bei der Berufsfindung und Ausbildungsplatzsuche unterstützt.
Oberbürgermeister Boris Pistorius: " Es ist gut, wenn sich die Schülerinnen und Schüler möglichst früh mit dem Thema Beruf und Berufswahl beschäftigen und dabei durch Schule, Elternhaus un Fachleute unterstützt werden."

Bund fördert Weiterbildung
15.06.07
Die Weiterbildung soll in Deutschland einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Das Bundeskabinett stimmte der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan vorgelegten Konzeption "Weiterbildungssparen" zu, in dessen Rahmen Weiterbildungsprämien und -darlehn gewährt werden.

"Die Bundesregierung gibt einen Ansporn, damit mehr Menschen die Chancen der Weiterbildung aufgreifen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung beschlossen, durch einen finanziellen Anreiz zur Weiterbildungsteilnahme zu motivieren, denn die Investition in die eigene Qualifikation ist die beste Anlage", sagte Annette Schavan. Für die Anlaufphase von drei Jahren stehen 45 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Bundesbildungsministerin bezeichnete das Weiterbildungssparen als ein positives Signal auch im Hinblick auf den 1. Deutschen Weiterbildungstag am 15. Juni. "Es ist sehr erfreulich, dass mit diesem Weiterbildungstag unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der hohe Stellenwert von Lebenslangem Lernen ins Licht der Öffentlichkeit rückt." Weiterbildung berge enorme Wachstumspotenziale in sich. Mit dem Weiterbildungssparen gebe der Bund einen entscheidenden Anstoß, diese Potenziale auch zu nutzen und zu fördern, so Schavan: "Mehr Weiterbildung hat positive Auswirkungen auf allen Ebenen. Individuell werden Beschäftigungs- und Einkommenschancen verbessert. Die Betriebe profitieren durch stetig weiter Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und schließlich sind für die Volkswirtschaft Lebensbegleitendes Lernen und Weiterbildung wichtige Bausteine für ökonomischen Erfolg und soziale Sicherheit."
Die Eckpunkte zum Weiterbildungssparen beruhen auf dem im Auftrag des Bundesbildungsministeriums entwickelten Modellvorschlag der Experten Bert Rürup und Dieter Dohmen. Demnach wird es drei Instrumente geben, mit deren Hilfe vor allem Personen mit niedrigem und mittlerem Einkommen Weiterbildungsmaßnahmen finanzieren können. Diese erhalten eine staatliche Weiterbildungsprämie in Höhe von bis zu 154 Euro, sofern sie den gleichen Betrag der Teilnahmegebühr bezahlen. Als weitere Instrumente sind Darlehen für die Weiterbildung und die vorzeitige Entnahmemöglichkeit aus dem Ansparguthaben der vermögenswirksamen Leistungen vorgesehen.
Durch die drei Komponenten wird Unterstützung für jeden Finanzierungsbedarf in der beruflichen Weiterbildung möglich. Das Angebot soll unbürokratisch und mit begleitender Beratung ab Sommer 2008 in Deutschland erhältlich sein.

Weitere Infos beim BMBF unter:

http://www.bmbf.de/_search/searchresult.php?URL=http%3A%2F%2Fwww.bmbf.de%2Fde%2F7342.php&QUERY=weiterbildungssparen

Fit für die Stärkenanalyse
07.03.07
Acht frischgebackene AssessorInnen für Stärkenanalysen konnten jetzt von VHS-Direktor Dr. Johannes Hartkemeyer ihre Zertifikate entgegen nehmen. Wie Hartkemeyer ausführte, „können sie in Zukunft an der spannenden Schnittstelle zwischen Schule, Ausbildung und Beruf eine wichtige Funktion einnehmen und Jugendlichen ihre Stärken und Potenziale verdeutlichen.“
Ihr analytisches, methodisches und didaktisches Handwerkszeug hatten die AssessorInnen sich in einer von der Lernenden Region Osnabrück konzipierten und von Iris Sieker und Christiane Mauntel geleiteten Fortbildung angeeignet. Die insgesamt 100 Stunden teilten sich dabei auf 30 Stunden theoretischen Input und 70 Stunden Praxis in Form einer Stärkenanalysen-Hospitation auf.
Die AssessorInnen werden zukünftig im Rahmen der Lernenden Region und in Kooperation mit der Kompetenzagentur Stärkenanalysen für Haupt- und Förderschulen in der Stadt Osnabrück durchführen. Dabei werden bei den Jugendlichen mittels zahlreicher theoretischer, sozialer und handwerklicher Aufgaben vorhandene Stärken und Fähigkeiten methodisch beobachtet und Entwicklungspotenziale für den Übergang in die Ausbildung und den Beruf aufgezeigt.

Bild v.l.n.r.: Maria Korte-Rüther (Lernende Region); VHS-Direktor Dr. Johannes Hartkemeyer; Georg Hugel; Barbara Bensmann; Albert Barkhaus; Anja Kersten; Erwin Müller; Ausbildnerin Iris Sieker;
untere Reihe: Anna Noack; Ursula Wrasmann; Nathalie Holthaus

Lernende Region als "Leuchtturmprojekt"
06.03.07
Auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) konnte die Lernende Region Osnabrück auf der Kölner didacta, der größten Bildungsmesse Europas, ihre Maßnahmen für einen gelungenen Übergang zwischen KITA und Schule sowie Schule und Beruf einer breiten Fachöffentlichkeit präsentieren.
VHS-Direktor Dr. Johannes Hartkemeyer und Wolfgang Wöstmann hatten dabei auch Gelegenheit, die Projektarbeit der Lernenden Region dem Parlamentarischen Staatssekretär des BMBF, Andreas Storm, und dem didacta-Präsidenten Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis, näher vorzustellen. Storm würdigte die Entwicklung der Übergangsmaßnahmen in Osnabrück als „bundesweit innovativ und Maßstab gebend“ und gab positive Signale für eine Weiterförderung von „Leuchtturmprojekten“ wie der Lernenden Region Osnabrück. Fthenakis, der international als Vorreiter der frühkindlichen Pädagogik gilt, zeigte sich an der Elternbildung der Lernenden Region „außerordentlich interessiert“ und kündigte hier eine „engere Zusammenarbeit“ an.
Resümierend zeigte sich Hartkemeyer „sehr zufrieden“ mit dem didacta-Auftritt der Lernenden Region. Es seien viele „fruchtbare Gespräche“ geführt und „interessante Kontakte“ zustande gekommen, die vielleicht „entscheidend für die Zukunft“ des Projektes sein könnten.

"Ich wusste nicht, dass ich das kann"
12.12.06
„Ich wusste nicht, dass ich das kann“ – so lautete eine überraschte Erkenntnis des 15jährigen Ümits hinsichtlich seiner handwerklichen Talente. Über eine Woche hinweg nahmen Ümit und 24 seiner MitschülerInnen aus der 9. Jahrgangsstufe der Gesamtschule Schinkel an einer Stärkenanalyse der Lernenden Region Osnabrück teil.

„Ich wusste nicht, dass ich das kann“ – so lautete eine überraschte Erkenntnis des 15jährigen Ümits hinsichtlich seiner handwerklichen Talente. Über eine Woche hinweg nahmen Ümit und 24 seiner MitschülerInnen aus der 9. Jahrgangsstufe der Gesamtschule Schinkel an einer Stärkenanalyse der Lernenden Region Osnabrück teil.

Im Zentrum der Stärkenanalyse standen dabei nicht das Schul- und Fachwissen, sondern wichtige Persönlicheitsmerkmale sowie jene Arbeits- und Sozialtugenden, die unter dem Stichwort „Ausbildungsreife“ zusammengefasst werden können.
Die Stärkenanalyse erfolgt über eine Vielzahl von methodisch vielfältigen und im Schwierigkeitsgrad gestaffelten Aufgabenstellungen, deren Durchführung von 4 Assessorinnen genau beobachtet und bewertet wird. Dabei geht es weniger darum, dass alles richtig gemacht wird, sondern viel mehr darum, wie die Aufgabe angegangen wird: Wie sieht es mit der Planungs- und Organisationsfähigkeit aus, wie genau und konzentriert sind die SchülerInnen bei der Sache oder wie arbeiten und kommunizieren sie im Team?
Wie Iris Sieker und Dr. Karsten Herrmann von der Lernenden Region erläuterten, kommt es bei der Stärkenanalyse darauf an, den SchülerIinnen „endlich einmal positive Rückmeldungen zu geben und nicht immer nur Defizite in Form von oftmals schlechten Schulnoten aufzuzeigen.“ In jedem schlummerten „unerkannte Talente und Fähigkeiten“, die auch schon erste Hinweise auf eine mögliche berufliche Orientierung liefern könnten.
So nimmt die von der Lernenden Region Osnabrück angebotene Stärkenanalyse auch eine Schlüsselrolle im Übergangsmanagement des Fachdienstes Jugend für die Haupt- und Förderschüler in der Stadt Osnabrück ein. Auf der Basis ihrer Ergebnisse sollen dann die weiteren Maßnahmen, Trainings und Praktika in den Schulen geplant werden.

Das erste Feedback der HauptschülerInnen der Gesamtschule Schinkel auf die Stärkenanalyse fiel durchweg positiv aus. Besonders heraus gestellt wurde dabei die „Gruppenarbeit“, das „Erlernen von Teamwork“ oder das „Arbeiten ohne Notendruck“. Wichtig war für viele aber auch die Erkenntnis, „dass es sehr auf das soziale Verhalten ankommt“ und „dass man Leute respektieren muss, wenn man selbst respektiert werden möchte.“ Und wie der 15jährige Julian „gestärkt aus der Stärkenanalyse“ herausging, so hatten fast alle SchülerInnen den Eindruck „viel über meine Stärken und Fähigkeiten“ herausgefunden zu haben.

Für nähere Informationen stehen Iris Sieker und Dr. Karsten Herrmann unter Tel.: 0541-323-2372 gerne zur Verfügung.

www.lernenderegionosnabrueck.de

ProfilPASS: Gelernt ist gelernt!
20.10.06
Was kann ich und was habe ich im Laufe meines Lebens auch abseits von Schule und Ausbildung gelernt? Diese Fragen soll der bundesweit eingeführte „ProfilPASS“ beantworten, der in Zukunft an die Stelle unzähliger anderer Qualifikationsnachweise treten soll.

Was kann ich und was habe ich im Laufe meines Lebens auch abseits von Schule und Ausbildung gelernt? Diese Fragen soll der bundesweit eingeführte „ProfilPASS“ beantworten, der in Zukunft an die Stelle unzähliger anderer Qualifikationsnachweise treten soll.

Der ProfilPASS dient der Ermittlung und Dokumentation eigener Fähigkeiten und Kompetenzen, ganz unabhängig davon, wie und wo sie erworben wurden. Er regt dazu an, sich mit dem eigenen Tun und den dabei genutzten Kompetenzen intensiv auseinander zu setzen und sich dabei der persönlichen Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Begleitend liefert der ProfilPASS auch viele hilfreiche Hinweise und Anregungen für die persönliche und berufliche Entwicklung und bietet sich dafür an, Zeugnisse, Bescheinigungen und anderen Dokumente zu sammeln.

Der ProfilPASS ist damit ein wichtiges Instrument, um:

  • sich beruflich erstmals oder neu zu orientieren
  • den (Wieder-) Einstieg in das Erwerbsleben vorzubereiten
  • zukünftige Lern- und Weiterbildungsmaßnahmen zu planen

Der ProfilPASS wurde im Rahmen des Programms „Lebenslanges Lernen“ der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung entwickelt und erprobt. In diesem Sinne soll der ProfilPASS auch zu einem wichtigen Instrument zur Unterstützung des lebensbegleitenden Lernens und zur Stärkung von Eigeninitiative und Eigenverantwortung werden.
Für Stadt und Landkreis Osnabrück steht die Lernende Region Osnabrück als eines von bundesweit insgesamt 11 „Dialogzentren“ als Ansprechpartner für den ProfilPASS zur Verfügung. Hier bekommen Interessierte Informationen rund um den ProfilPASS und zu den Möglichkeiten seines Einsatzes in den verschiedenen Lebens- und Übergangsphasen. In Modellprojekten erprobt sie auch den Einsatz des neu entwickelten ProfilPASS für junge Menschen in Schulklassen und bietet Schulen hierzu Informationsveranstaltungen an. Für die zweite Hälfte des nächsten Jahres ist auch eine offene Beratung zum ProfilPASS geplant.

Nähere Infos unter:

www.lernenderegionosnabrueck.de

http://www.profilpass.de


Ausstellung "Macht euch stark für starke Kinder"
14.09.06
„Die Familie ist der Kern unserer Gesellschaft und die Kinder sind unsere Zukunft“ – mit diesen Worten eröffnete Schirmherrin Christiane Wulff jetzt die Wanderausstellung „Macht euch stark für starke Kinder“ in der Hauptfiliale der Sparkasse Osnabrück am Neumarkt.
Auf 30 großformatigen und in schwarz-weiß gehaltenen Bildern thematisiert die von der Lernenden Region Osnabrück initiierte Ausstellung das Thema Familie und Erziehung. Vom Fotografen Uwe Lewandowski und einer Vielzahl Osnabrücker Familien wurden dafür typische Alltagssituationen wie „Grenzen“, „Erfahrungen“, „Liebe“, „Wut“ oder „Abschied“ emotional in Szene gesetzt.
„In den verschiedenen Szenen“, so die Projektleiter Maria Korte-Rüther und Dr. Karsten Herrmann, „können sich alle Eltern und Kinder wieder finden und hier ihre eigenen Erfahrungen und Erinnerungen anknüpfen“. Mit der Ausstellung solle ohne erhobenen Zeigefinger für das Thema Familie sensibilisiert und gleichzeitig für Unterstützungsangebote wie die Elternkurse „Macht euch stark für starke Kinder“ der Lernenden Region geworben werden.
Auch wenn vieles in der Erziehung richtig laufe, so die Projektleiter, „geraten Eltern mit ihrer hohen Verantwortung immer wieder an ihre Grenzen und in Situationen der Überforderung und Hilflosigkeit“. Hier könne der gemeinsame Austausch in Elternkursen und die Erfahrung, dass viele Mütter und Väter mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, wertvolle Entlastung und Unterstützung bieten.
In den in einem Netzwerk aus verschiedensten Bildungseinrichtungen entwickelten Elternkursen der Lernenden Region ginge es aber nicht darum, wie bei einer Prüfung einen bestimmten Stoff zu erlernen, sondern vielmehr um das „Aufzeigen und Ausprobieren von verschiedenen Lösungsstrategien und alternativen Verhaltensweisen“.
Die Ausstellung „Macht euch stark für starke Kinder“ wurde mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse, Krüger Kommunikation, Hinrichs FotoFactory und Lewandowski-Photographie realisiert und ist in der Sparkasse noch bis zum 5. Oktober zu sehen. Weitere Stationen der Ausstellung werden unter anderem Melle, Bersenbrück, Quakenbrück, Wallenhorst, Bohmte und Bissendorf sein.
Bericht zur Bildung in Deutschland
09.06.06
Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben jetzt den gemeinsamen Bericht zur "Bildung in Deutschland" vorgelegt. Der nationale Bildungsbericht mit dem Schwerpunktthema "Migration" gibt zum ersten Mal einen Überblick über "Bildung im Lebenslauf" von der frühkindlichen Bildung über die allgemein bildende Schule, die berufliche Bildung und die Hochschule bis hin zur Weiterbildung im Erwachsenenalter.
Für KMK-Präsidentin Ute Erdsiek-Rave und BMBF-Staatssekretär Michael Thielen markiert der Bericht den Einstieg in eine kontinuierliche nationale Berichterstattung zur Leistungsfähigkeit des Bildungswesens: "Durch die Bildungsberichterstattung können Bund und Länder bildungspolitische Entscheidungen auf einer deutlich verbesserten Grundlage treffen." Zudem bildet der Bericht eine fundierte Basis für die öffentliche Debatte. Künftig soll alle zwei Jahre ein Bildungsbericht erscheinen.

Ein wesentliches Ergebnis des ersten Berichts ist die in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegene Bildungsbeteiligung und Qualifikation der Bevölkerung. Davon profitierten insbesondere Frauen. Gleichzeitig stellt der Bericht fest, Bildungserfolg und soziale Herkunft seien über alle Bildungsbereiche hinweg stark gekoppelt. Dies betreffe vor allem junge Menschen mit Migrationshintergrund.

Erdsiek-Rave und Thielen betonten: "Aus diesem Bericht ergeben sich handfeste Herausforderungen an die Bildungspolitik." Sie verwiesen auf die bereits laufenden Reformen, die in die richtige Richtung gehen. So gebe es in den Ländern zahlreiche Aktivitäten, um frühzeitig die Sprachfertigkeit von Kindern zu testen, gezielte Sprachförderung bereits im Vorschulbereich umzusetzen und die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund abzusichern. Dieses Ziel verfolgt auch das von den Ländern und dem Bund gemeinsam getragene Programm "Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund". Im Fokus des Programms steht eine durchgängige und individuelle Sprachförderung vom Kindergarten bis zum Übergang in die Berufsausbildung.

Darüber hinaus verfolgt die KMK Projekte zur frühzeitigen Förderung von Migranten und sozial Benachteiligten und stellt Fortbildungskonzeptionen und -materialien zur Unterrichtsentwicklung, vor allem in den Bereichen Lesen, Geometrie, Stochastik zur Verfügung. Zudem legt sie Konzepte und Materialien für Deutsch als Aufgabe aller Fächer vor. Im Fokus eines weiteren Projekts steht die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte. Ihre Diagnosefähigkeit soll ebenso gefördert werden wie der Umgang mit Heterogenität und die individuelle Förderung der Kinder. Außerdem entwickelt die KMK flexibel im Unterricht einzusetzende Aufgabenpools für die Fächer Deutsch und Mathematik.

Ein Schwerpunkt der Maßnahmen des BMBF ist die berufliche Qualifizierung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Für diese Jugendlichen wird das BMBF in seiner diesjährigen Ausbildungsoffensive gezielte Maßnahmen ergreifen. Beispielsweise soll das neue Strukturprogramm JOBSTARTER dazu beitragen, vor Ort betriebliche Ausbildungsplätze zu erhalten und zu erschließen - für junge Ausländerinnen und Ausländer und in Unternehmen mit ausländischen Inhabern. Dazu finanziert das BMBF die Koordinierungsstelle Ausbildung für Ausländische Unternehmen (KAUSA). Gemeinsam mit Vertretern aus Industrie und Handwerk ist vereinbart, in Betrieben mit ausländischen Inhabern bis zum Jahr 2011 rund 10.000 weitere Ausbildungsplätze zu schaffen. Darüber hinaus soll das BMBF-Programm "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf" (BQF) junge Migrantinnen und Migranten besser in das Berufsleben integrieren. BQF bündelt die Benachteiligtenförderung in mittlerweile zehn lokalen und regionalen Qualifizierungsnetzwerken.

Darüber hinaus ist "Bildung und Integration" ein wichtiges Thema für den Integrationsgipfel, zu dem die Bundeskanzlerin alle maßgeblichen Akteure einladen wird.

Den ersten nationalen Bildungsbericht hat ein unabhängiges interdisziplinäres Konsortium unter Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erarbeitet. Beteiligt sind das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Hochschul-Informations-System (HIS), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Den Bericht sowie weiterführende Materialien und Informationen finden Sie im Internet unter www.bildungsbericht.de.

Quelle: http://www.kmk.org/aktuell/home.htm
http://www.bmbf.de/press/1808.php

Innovationskreis Weiterbildung gestartet
26.05.06
Bundesbildungsministerin Annette Schavan will das lebensbegleitende Lernen in Deutschland erheblich ausbauen. "Die Motivation zum Lernen ist unsere wichtigste Ressource", sagte sie in Berlin anlässlich des ersten Treffens des von ihr berufenen Innovationskreises Weiterbildung.

Die hochrangigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis wollen bis zum Sommer 2007 Empfehlungen für die Stärkung der Weiterbildung erarbeiten.
Schavan verwies auf den direkten Zusammenhang zwischen Innovation und Lernen. "Die berufliche Weiterbildung ist die entscheidende Voraussetzung für den Innovationsstandort Deutschland." Neben die laufende wissenschaftliche Qualifizierung der Fachkräften müsse verstärkt auch die Weiterbildung nicht oder nur schlecht ausgebildeter Menschen treten. "Bildung ist unsere Chance, der sozialen Spaltung unserer Gesellschaft entgegen zu wirken und die demographischen Herausforderungen zu meistern."

Neu Anreize geplant
Die Bundesregierung werde neue Anreize für das eigene Engagement setzen. Dafür würden unter anderem Modelle des Bildungssparens geprüft. Außerdem könnten alternative Formen der Weiterbildung stärker berücksichtigt werden, sagte Schavan. "Wer ehrenamtlich tätig ist, lernt täglich viele neue Dinge, die auch für die berufliche Karriere anerkannt werden können."
Schavan will zudem den funktionalen Analphabetismus, von dem in Deutschland nach Schätzungen rund vier Millionen Menschen betroffen sind, deutlich verringern. Zum Ausbau der Grundbildungsarbeit für Erwachsene müssten Bund, Länder und Kommunen sowie die Weiterbildungsträger zusammen arbeiten. Außerdem sollten junge Erwachsene ohne Erstausbildung eine zweite Chance für den Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses erhalten.
Der Innovationskreis Weiterbildung soll seine Vorschläge intern erarbeiten und gemeinsame Themen mit dem ebenfalls von der Bundesministerin eingesetzten Innovationskreis zur beruflichen Bildung beraten.

Die Liste der Teilnehmer des Innovationskreises Weiterbildung finden Sie unter http://www.bmbf.de/_media/press/Pm0517Teilnehmerliste.doc

Quelle: BMBF-Pressemitteilung 082/2006

Ministerlob für OS-Bildungslotsen
02.05.06
Eine kritische Bilanz und einen konstruktiven Ausblick bot jetzt eine Tagung und Messe der niedersächsischen und bremischen Lernenden Regionen in Hannover, auf der Kultur- und Wissenschaftsminister Lutz Stratmann auch den OS-Bildungslotsen als „viel versprechendes Beispiel“ für ein vernetztes Lernland Niedersachsen heraushob.
Unter dem Titel „Stadt, Land, Lernen – Vernetzte Bildungswelten“ präsentierten zehn Projekte von Oldenburg bis Göttingen sich und ihre zum Teil schon landesweit vernetzten Arbeitsschwerpunkte und Pilotmodelle. Das thematische Spektrum reichte dabei von der Bildungsberatung und den regionalen Bildungsservern über Elternbildung und interkulturelle Bildung bis zur Qualifizierung im Arbeitsprozess. Gemeinsam mit hochkarätigen Vertretern aus Politik, Ministerien und Wissenschaft diskutierten die Lernenden Regionen im Verlaufe des Tages auch die Frage, wie eine zukunftsfähige Bildung durch Vernetzung aussehen und finanziert werden könnte.
Lutz Stratmann, niedersächsischer Wissenschafts- und Kulturminister, würdigte die bisherige Arbeit der Lernenden Regionen dabei als „eine hervorragende Ausgangsbasis für die Etablierung einer effektiven und dauerhaften Bildungs- und Beratungsstruktur.“ Er äußerte die Hoffnung, dass „die Vorstellung von einem vernetzten Lernland Niedersachsen durch die vielfältigen und beispielhaften Ansätze in den Regionen schon bald Wirklichkeit werden könnte“. Konkret forderte er hier auch eine Vernetzung der im Rahmen der Lernenden Regionen in Niedersachsen entstandenen bzw. geplanten Bildungsserver und hob den „OS-Bildungslotsen“ für Stadt und Landkreis Osnabrück als „viel versprechendes Beispiel“ heraus.
Eine „Schlüsselfunktion bei der Neugestaltung der Bildungslandschaft“ wies der Referatsleiter für Weiterbildung im Wissenschafts- und Kulturministerium, Eugen Gehlenborg, den Lernenden Regionen zu. Mit ihrer „nachhaltigen Vernetzung von unten her“ trügen sie entscheidend dazu bei, „ein intensives Miteinander der Bildungsbereiche zu erreichen.“
Gute Nachrichten hatte Peter Klandt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit nach Hannover gebracht. Er kündigte ein 15 Millionen schweres „Vertiefungsprogramm“ für die im Sommer auslaufenden Lernenden Regionen-Projekte an. In den Bereichen „Bildungsberatung“, „Übergangsmanagement“ und „Lernzentren“ sollen von Juli 2006 bis Dezember 2007 „Leuchtturmprojekte“ weiter gefördert werden. Er lobte die „Vernetzung als Motor der Innovation“ und bewertete die Lernenden Regionen als „Strukturmodell für ein vernetztes regionales Bildungsmanagement.“
Tag der Lernenden Regionen
12.04.06
Am Donnerstag, den 27.04., laden die Lernenden Regionen Niedersachsens und Bremens unter dem Titel "Stadt, Land, Lernen - Vernetzte Bildungswelten" zu einer Tagung und Messe in Hannover ein, auf der kritisch Bilanz gezogen und konstruktive Ausblicke gegeben werden sollen.

Das Bundesprogramm “Lernende Regionen” ist mit ehrgeizige und vielfältige Zielen gestartet. Ziele waren neben einer Vernetzung verschiedenster Bildungseinrichtungen unter anderen die Erhöhung der Transparenz der regionalen Weiterbildungslandschaften, die Förderung des Lebenslangen Lernen oder die Entwicklung neuer Lernwelten.

Konnten diese Ziele in den Lernenden Regionen in Niedersachsen und Bremen in den letzten Jahren erreicht werden? Haben sich aus den Kooperationen wegweisende und verlässliche Strukturen für die Zukunft entwickelt? Trägt die Idee von einer “Lernenden Region” für weitere Entwicklungen in der bildungspolitischen Diskussion?


Großer Erfolg des Fachtages "Wozu erziehen?"
07.04.06
Mehr als 200 PädagogInnen, PsychologInnen, Kinderärzte und andere Multiplikatoren nutzten den Fachtag „Wozu erziehen?“, um sich in der Fachhochschule Osnabrück rund um das Thema zu informieren, sich auszutauschen und Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

Eingeladen hatten zu dieser Veranstaltung die Lernende Region Osnabrück, der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt sowie das Osnabrücker Bündnis für Familien. Rund 25 Bildungsanbieter von der Babysprechstunde über ProFamilia imd den Kinderschutzbund bis zur Theaterpädagogischen Werkstatt präsentierten sich während des Fachtages auf einem Marktplatz, um ihre jeweiligen Themenschwerpunkte und Bildungsangebote zu präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Der Fachtag hatte es sich zum Ziel gesetzt, zugleich über die unterschiedlichen Angebote zur Unterstützung elterlicher Kompetenz in der Region informieren, als auch Gelegenheit zu geben, sich mit den folgenden zentralen Fragen zu beschäftigen:

  • Wie können Eltern besser erreicht werden, vor allem Eltern mit erheblichen Problemen? 
  • Wie können bildungsbenachteiligte Familien erfolgreicher angesprochen werden? 
  •  Welche Erfahrungen gibt es in der Region und welche neuen Wege können gemeinsam entwickelt werden?

Im Eröffnungsreferat stellte Frau Alexandra Sann vom Deutschen Jugendinstitut München e.V. so unter dem Titel „Wozu Erziehen?“ die Notwendigkeit der Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz als Aufgabe für Familienbildung, soziale Arbeit und Gesundheitsvorsorge in den Vordergrund. Nach einem Überblick über unterschiedliche Angebote zur Elternbildung und der Beurteilungs-Kriterien präsentierte sie das Modellprojekt „Opstapje – Schritt für Schritt“. Opstapje ist ein präventives Spiel- und Lernprogramm für Kleinkinder aus sozial benachteiligten Familien und ihre Eltern und wird zur Zeit an mehreren Standorten in Deutschland erprobt und durch das Deutsche Jugendinstitut wissenschaftlich begleitet.

Im Anschluss wurden in Workshops regionale Angebote und innovative Ansätze zur Unterstützung von Eltern vorgestellt: 

  • Evangelische Familien-Bildungsstätte e.V.: Elternkurs Handwerkszeug für Eltern und Kinder mit begleitendem Sozialtraining für Kinder im Alter von 5-8 Jahren,
  • IN VIA Quakenbrück: Projekt Paula, aufsuchende Hilfen für junge, alleinerziehende Mütter
  •  Kinderschutzbund: Elternkurse: Starke Eltern, starke Kinder und ABC – Elterntraining
  •  Lernende Region Osnabrück: Macht euch stark für starke Kinder, Elternkurs und Fortbildung
  •  Netzwerk Familienhebammen: Aufsuchende Hilfen für junge Mütter
  •  Triple P: Elternkurs
  •  Universität Osnabrück: Babysprechstunde, Beratung für junge Eltern.

Unter der Leitfrage „Wie erreichen wir bildungsferne Eltern?“ wurden in einem Podiumsgespräch mit Alexandra Sann und Vertretern regionaler Organisationen schließlich noch die Möglichkeiten der Ansprache von Eltern mit höherem Unterstützungsbedarf diskutiert.
Resümierend appellierte Mit-Veranstalterin Maria Korte-Rüther von der Lernenden Region an alle Beteiligten, „beim Thema Erziehung an einem Strang zu ziehen, denn die Familie ist der Kern unserer Gesellschaft und unsere Kinder sind unsere Zukunft.


Weitere Informationen zum Projekt Opstapje unter: http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=345.

100. Bildungsanbieter im OS-Bildungslotsen
02.03.06
Mit der Katholischen Bildungsstätte für Gesundheitsberufe am Marienhospital konnte Sozial- und Kultusdezernent Reinhard Sliwka jetzt den 100. Bildungsanbieter im OS-Bildungslotsen begrüßen. In dem im Volkshochschul-Projekt Lernende Region Osnabrück entwickelten und getragenen Portal für Weiterbildung in Stadt und Landkreis präsentieren sich Anbieter wie die Volkshochschulen, die Familienbildungsstätten oder auch IHK und HWK mit ihren Porträts und rund 5.000 Kursen und Seminaren.

Der OS-Bildungslotse sorgt damit, so Sliwka, für „eine transparente Weiterbildungslandschaft“ und „trägt zur persönlichen und beruflichen Qualifikation der Menschen in der Region bei“. Zur Zeit bemühe man sich in Politik und Verwaltung um eine nachhaltige Verankerung dieses „wichtigen Instruments in der Region“ auch nach der im Juni auslaufenden Projektphase der Lernenden Region.
Überzeugt zeigte sich auch Ulrich Barlag, Schulleiter an der Katholischen Bildungsstätte für Gesundheitsberufe, „vom reichhaltigen Angebot und der Funktionalität des OS-Bildungslotsen.“ Er freue sich, „dass zukünftig auch unsere Bildungseinrichtung mit ihren vielfältigen Gesundheits-Angeboten in diesem zentralen Portal zu finden ist“.
Neben der schnellen Kurssuche „mit einem Klick“ bietet der OS-Bildungslotse auch viele Infos und Tipps zum Thema Weiterbildung sowie aktuelle Berichte. Als ein neues Serviceangebot stellte Projektmanager Dr. Karsten Herrmann die Dozentenbörse vor, in der sich jetzt Dozenten, Referenten und Coaches mit ihren Leistungsprofilen und Referenzen präsentieren können.

Foto v.l.n.r.: Sozial- und Kultusdezernent Reinhard Sliwka, im Hintergrund Michael Bühren von der Fa. Hofmann, Schulleiter Ulrich Barlag, Projektmanager Dr. Karsten Herrmann

Bericht zur Weiterbildung
17.02.06
In Berlin hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung jetzt den neuen Weiterbildungsbericht vorgestellt. Ein Ergebnis: Zwischen 2000 und 2003 ging die Teilnehmerquote an Weiterbildungskursen um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung zurück.

Nach Ansicht des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Andreas Storm soll die berufliche Weiterbildung für alle zur Normalität werden. "In unserer Wissensgesellschaft müssen die beruflichen Fähigkeiten ständig dem hohen Tempo des technologischen Fortschritts angepasst werden", sagte Storm. Die Daten des aktuellen Gesamtberichts zum Berichtssystem Weiterbildung belege die hohe Akzeptanz der Weiterbildung in der Bevölkerung. Allerdings sei es ein Alarmsignal, dass die Teilnehmerquote zwischen den Jahren 2000 und 2003 um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent gesunken sei. "Wir brauchen neue Impulse für die Weiterbildung", sagte Storm. "Die Bundesregierung wird ihre Förderung für die lebensbegleitende Weiterbildung verstärken."

Neue Impulse gefordert
Vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft in Deutschland gelte es, neue Prioritäten zu setzen. "Eine gute Qualifikation ist der Schlüssel für den Erhalt des Arbeitsplatzes", sagte Storm. "Deshalb müssen wir die Weiterbildungsangebote gerade für die zweite Hälfte des Erwerbslebens deutlich ausbauen." Die Förderung des lebenslangen Lernens gelinge nur, wenn sich neben Bund und Ländern auch die Tarifpartner diesem gemeinsamen Ziel verschrieben. Das BMBF werde die Anreize für das lebenslange Lernen weiter erhöhen und die Bildungsberatung verbessern.

Nach den Daten des Berichts zum Weiterbildungssystem sind 94 Prozent der Befragten der Ansicht, dass jeder zur Weiterbildung bereit sein muss. 92 Prozent sehen darin einen Schlüssel zum dauerhaften beruflichen Erfolg. Folglich nehmen Erwerbstätige, die über stark steigende Qualifikationsanforderungen berichten, fast dreimal so häufig an formal organisierter beruflicher Weiterbildung teil wie Erwerbstätige, die keine Veränderung sehen, (56 Prozent zu 19 Prozent). Gleiches gilt für das informelle berufliche Lernen (80 Prozent zu 47 Prozent).

Quelle: BMBF

Firmen investieren in Qualifizierung
17.02.06
Im Jahr 2004 investierten gut 84 Prozent der Unternehmen in das Know-how ihrer Mitarbeiter. Dies geht aus der jüngsten Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor.
Von den Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten waren sogar 92 Prozent in Sachen Qualifizierung aktiv. Die Unternehmen belassen es keineswegs dabei, ihr Personal auf Seminare oder Fachtagungen zu schicken. Denn die häufigste Form der Weiterbildung war das Training on the Job – dieses fand in acht von zehn Betrieben statt. Insgesamt widmeten die Mitarbeiter im Jahr 2004 durchschnittlich knapp 65 Stunden dem Ausbau und der Auffrischung ihrer Kenntnisse – davon entfielen rund 24 Stunden auf Lehr- und Informationsveranstaltungen. Die von den Unternehmen getragenen Seminargebühren, Referentenhonorare und die Ausgaben für Lernmaterialien, vor allem aber die Kosten für die zum Lernen verwendete Arbeitszeit summierten sich 2004 im Schnitt auf 1.072 Euro je Mitarbeiter. Kleinere Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten investierten sogar 1.151 Euro pro Kopf in die Ausbildung ihrer Arbeitnehmer. Insgesamt gaben die Betriebe rund 26,8 Milliarden Euro für Qualifizierungsmaßnahmen aus.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)
Bildung ist keine Ware
06.02.06
„Mehr und bessere Weiterbildung für alle – das ist die neue soziale Frage“ -  so lautete der Titel der 1. Weiterbildungskonferenz der Gewerkschaften ver.di und IG Metall. Im Zentrum stand die Übergabe einer Bildungsstreitschrift an die Spitzen der beiden Gewerkschaften.
Ein Beraterkreis aus 14 prominenten Wissenschaftlern hatte auf Anregung der Gewerkschaften über die Zukunft der beruflichen Bildung, die gesellschaftlichen Herausforderungen wie auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen Bildung stattfindet, nachgedacht. Herausgekommen ist eine Streitschrift, die viele Fragen aufwirft, aber nur wenige Antworten bereithält. Dies sei, so betonten die Verfasser, aber auch keinesfalls der Anspruch gewesen. Die Konsequenzen aus den Empfehlungen müssten die Gewerkschaften selber ziehen.

Begriff der Arbeit erweitern
„Gewerkschaften haben einen zu engen Begriff von Arbeit, sie sind betriebsfixiert“, konstatierte Prof. Dr. Oskar Negt von der Universität Hannover und Mitglied des Beraterkreises. Zugleich kritisierte er die Engführung der Bildung und Weiterbildung auf die berufliche Komponente. „Weiterbildung ist auch politische Bildung, sie ist eine Angelegenheit für die Organisation selbst“. Den Gewerkschaften gab er vier Anforderungen an perspektivisches Denken mit, nämlich die Erweiterung des Arbeitsbegriffs, des Interessensbegriffs, des kulturellen Milieus und des politischen Mandats. „Nicht alles, wovon Menschen träumen, ist in betrieblichen Zusammenhängen. Die Gewerkschaften müssen den gesellschaftsfähigen Menschen fördern.“ Ein Gedanke, den ver.di-Chef Bsirske gerne aufnahm. „Gewerkschaften stehen für moralische Grundwerte, Arbeit darf nicht entwürdigend sein und arm machen.“ Hier, so gelte es, müssten die Gewerkschaften ihr Profil stärken. „Wir müssen die Verteidigung der moralischen Grundvorstellung verknüpfen mit guter Arbeit und guten Lebensbedingungen“, gab der ver.di-Chef den Teilnehmern mit auf den Weg.

Steigerung der Produktivität durch „Weiterbildungsjahr“
Dass Weiterbildung hier durchaus ein zentrales Element sein könnte, unterstrich Prof. Gerhard Bosch, stellvertretender Leiter des Instituts für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen und Mitglied der Expertenkommission Finanzierung Lebenslanges Lernen. „Studien belegen, dass die Produktivität durch ein sog. „Weiterbildungsjahr“ um durchschnittlich ca. 5% gesteigert werden kann“, führte Bosch aus. Dabei habe Weiterbildung jedoch nicht nur rein monetäre Effekte wie z. B. die Verbesserung des Einkommens. Auch nicht direkt monetäre Auswirkungen, wie die Verbesserung der Gesundheit, Erhöhung der Arbeitszufriedenheit oder die Verringerung der Kriminalität, seien nicht außer Acht zu lassen. Gleichzeitig warnte Bosch vor einer zu starken Fokussierung der Bildungspolitiker auf den Hochschulbereich. „Ich sehe im niedrigen Akademikeranteil kein Problem, da wir durch die Ausbildung im dualen System eine sehr gute Handlungskompetenz im mittleren Bereich haben“, beschreibt Bosch die Vorteile des deutschen Bildungssystems im internationalen Vergleich. „Wir müssen die Zwischenebene qualifizieren und Meister und Techniker den Akademikern gleichstellen“, so seine Forderung. Mit Blick auf den Koalitionsvertrag fordert Bosch daher auch neben dem Bestreben, das Akademikerniveau in Deutschland auf OECD-Durchschnitt zu heben, insbesondere eine Verringerung der Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss um 5 – 10% bis 2010 festzuschreiben, und plädiert nachdrücklich für die „zweite Chance“, das Nachholen von Schulabschlüssen bis zum 50. Lebensjahr.

„Cost Splitting“ und „Time Sharing“
„Bildung ist keine Ware“, so ein Fazit der Tagung und gleichsam auch der Titel der Streitschrift. Ein durchgängiges Berufsbildungssystem, dass Abschlüsse verschiedener Lernwege aufnimmt und verzahnt, ein flexibles, zukunftsfähiges Konzept von Lernen, dass sich am individuellen Lebenszyklus orientiert und ein „Cost-Splitting“ sowie „Time-Sharing“ der Weiterbildung zwischen Unternehmen und Beschäftigen: dies sind nur einige der zahlreichen Kernaussagen der Streitschrift. Weiterhin, so die Forderung, sei es notwendig, dass der Bund seine Kompetenz wahrnehme, um gleiche Rahmenbedingungen für Weiterbildung bundesweit herzustellen. Neben der Frage „Wie viel Staat braucht die Weiterbildung?“ wurde im Abschluss Round Table noch die Frage erörtert, wie viel „Gesellschaft“ denn für die Weiterbildung nötig sei. Fazit der politischen Akteure der unterschiedlichen Parteien: In die Frage von Aus- und Weiterbildung müssten alle Beteiligten eingebunden werden. Der Staat, die Sozialpartner, aber auch die Beschäftigen und jeder Einzelne selbst.

Die Gewerkschaften würden ihren Teil der Verantwortung wahrnehmen, versprach Bsirske den knapp 300 TeilnehmerInnen der zweitägigen Weiterbildungskonferenz. Er kündigte an, dass die Gewerkschaft Betriebs- und Personalräte bei der Bewältigung von Qualifizierungsfragen stärker unterstützen wolle. Schließlich stehe die Weiterbildung inzwischen an zweiter Stelle der Themen, mit denen Betriebsräte sich befassen würden.

Auf erste Erfolge seiner Gewerkschaft beim Thema Weiterbildung verwies der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber. So sei laut Bundesbildungsministerium nach dem Abschluss von Qualifizierungstarifverträgen in der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie und der Metall- und Elektroindustrie der Anteil von Betrieben, die über eine Betriebsvereinbarung zur Qualifizierung verfügen, von 25 Prozent auf 40 Prozent gestiegen. Daher müsse in der anstehenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie ein Tarifvertrag zu Qualifizierung und Innovation abgeschlossen werden.

Quelle: Konzertierte Aktion Weiterbildung / Christina Marx

Weitere Informationen zur Tagung unter http://biwifo.verdi.de/themen/weiterbildung/mehr_und_bessere_weiterbildung_fuer_alle

Die Artikel der Streitschrift in Langfassung finden Sie unter http://www.igm-wap.de bzw. http://berufsbildungspolitik.verdi.org

Umfrage zu Weiterbildungsdatenbanken
20.01.06

Der OS-Bildungslotse beteiligt sich an einer Online-Umfrage, die das InfoWeb Weiterbildung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bildungsserver durchführt. Durch die Beteiligung an der Umfrage helfen Sie mit, das Angebot von Weiterbildungsdatenbanken zu optimieren und die Qualität der Informationen über Weiterbildung zu verbessern. Als kleines Dankeschön für Ihre Unterstützung können Sie nach Abschluss der Befragung an einem Preisausschreiben mit zahlreichen interessanten Preisen teilnehmen.

Zukunftsforscher Horx zur Zukunft der Weiterbildung
17.01.06
Immer weniger Erwachsene bilden sich in Deutschland weiter, und die öffentlichen Ausgaben für Weiterbildung fallen im internationalen Vergleich zurück. Gleichzeitig werden Bildungs- und Wirtschaftsexperten nicht müde zu betonen, dass Weiterbildung zur Bildungsbiographie gehört. Eine berufliche Erstausbildung genügt schon heute kaum mehr den Ansprüchen der Berufswelt, und die technische und globale Entwicklung generiert einen immer größeren Weiterbildungsbedarf.

Drei, vier, fünf verschiedene Berufe, so prognostiziert Matthias Horx, werden zukünftig selbstverständlich sein.
Horx zählt zu den einflussreichsten Zukunftsforschern im deutschsprachigen Raum. Seine Bücher über Wertewandel, Technologie, Jugendkulturen, Trendforschung und Future Fitness wurden zu Bestsellern. Im Oktober 2005 ist sein neuestes Werk erschienen: „Wie wir leben werden“.
In einem Interview des didacta-Themendienstes umreißt er den zukünftigen Stellenwert der Weiterbildung.


Ein einziger Beruf ein Leben lang – das wird es in Zukunft immer seltener geben, und selbst im gelernten Beruf ändern sich die Anforderungen ständig. Wird also Weiterbildung das Bildungsthema der Zukunft überhaupt sein?

Horx: Allerdings, aber vielleicht nicht in der heutigen Diktion vom „Lebenslangen Lernen“, das ja abschreckend klingt, weil es uns irgendwie an die alte Schulsituation erinnert, in der wir uns ja meist nicht besonders wohl fühlten. Es gibt leider eine Grundregel, dass, wer in der Kindheit keinen Spaß am Lernen hatte, es auch später nicht hat. Das hat nichts mit der Formel vom „was Hänschen nicht lernt ...“ zu tun, sondern mit unserer Lernkultur in den Schulen an sich. Unsere Pädagogik ist immer noch auf „Fremdlernen“ geeicht. Einer steht vorne, die anderen sitzen still und hören zu. Dass das immer weniger klappt, zeigt PISA. Hier, im Herzen unseres Menschenbildes, müssen wir ansetzen. Im Kern geht es um die Frage: Bleiben wir eine belehrte Gesellschaft, oder werden wir eine lernende Gesellschaft, die an diesem Prozess auch Spaß hat.

Die aktuellen Zahlen besagen, dass die Weiterbildung (zumindest in Deutschland) stagniert. Wie könnte sie wieder ins Laufen gebracht werden?

Horx: Momentan schieben sich Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Individuen gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Immer soll der andere „ausbilden“. Und ist verantwortlich für das schlechte „Menschenmaterial“. Das führt natürlich zu nichts. Aber die meisten Firmen verstehen meiner Meinung nach die Bedeutung der Weiterbildung. Es fehlt allerdings immer noch in vielen Bereichen an guten, effektiven, evaluierten Weiterbildungsangeboten.

Worum wird es bei der Weiterbildung gehen – um Fachwissen, um Soft skills oder um andere Fertigkeiten?

Horx: Erst einmal natürlich nach wie vor um Fachwissen. In vielen Wirtschaftssektoren ändern sich ja rapide die Grundlagen unseres Wissens. Wir sehen aber auch eine ganz starke Tendenz hin zu Motivations- und „Selfness“-Fragen. Viele Menschen sind in ihrem Job unglücklich, weil sie sich selbst nicht kennen. Sie haben nicht gelernt, ihre Talente zu entfalten, das zu tun, was sie wirklich gut können, wozu sie Talent haben. Sie sind schlichtweg falsch eingesetzt. Dies herauszufinden, die Menschen näher an ihre wirklichen „Berufungen“ heranzubekommen, das ist ein enorm wichtiger Side-Effect guter Weiterbildung. Hier handelt es sich um „Menschenbildung“ in einem weiteren Sinne, und deshalb werden Motivationstraining, Change-Management, Weiterbildung und persönliches Coaching in Zukunft mehr und mehr zu ganzheitlichen Angeboten verschmelzen.

Wird die Verantwortung für die Weiterbildung eher beim Einzelnen, beim Staat, bei den Betrieben liegen – oder ist ein Zusammenspiel aller Beteiligten gefragt?

Horx: Das geht, wie alle wichtigen Veränderungen, nur in einem Joint Venture, in dem alle Beteiligen sich verantwortlich erklären und massiv kooperieren.

Welche Rolle werden die Medien in der Weiterbildung spielen – Stichwort E-Learning/Blended Learning?

Horx: Die Erfahrung zeigt, dass sich reines E-Learning nicht wirklich bewährt. Denn es gibt bei fast allen Wissensinhalten eine unveräußerliche soziale Komponente. Wir sind als Menschen nun mal Sozialwesen, und Lernen ist im Wesentlichen Kommunikation. Bei einzelnen Segmenten von Fachwissen ist E-Learning sehr sinnvoll, aber man wird sich immer wieder persönlich treffen müssen und in einen intensiven Gemeinsamkeits-Prozess eintauchen müssen, damit etwas vorangeht. Denn in der Wissensökonomie werden ja vor allem die „Schnittstellen“ wichtig. Alle Arbeit wird in Zukunft immer kommunikativer.

Quelle: didacta-Themendienst

Weiter Infos unter www.didacta-hannover.de oder unter www.bildungsklick.de/didacta

Neues VHS-Programm erschienen
13.01.06
Unter dem Motto „Bildung für die Zukunft“ lädt das neue Programmheft der Volkshochschule der Stadt Osnabrück auf über 200 Seiten zu einer abwechslungsreichen Reise durch fantastische Bildungswelten ein.
Neben den Dauerbrennern wie Fremdsprachen, Kulturelle Bildung und Gesundheit stehen insbesondere auch zertifizierte Weiterbildungen für den beruflichen Aufstieg bzw. Wiedereinstieg im Vordergrund.

In der beruflichen Weiterbildung reicht das Angebot von der richtigen Bewerbung über die Existenzgründung und das Projektmanagement bis zu bewährten Vorbereitungslehrgängen auf IHK-Prüfungen. Neu sind die modular aufgebauten „Xpert Personal Business Skills“, mit denen sich Berufstätige wertvolle Schlüsselkompetenzen wie Rhetorik, Präsentation oder Moderation aneignen können. „Heute ist es wichtiger denn je“, so VHS-Direktor Dr. Johannes Hartkemeyer, „am Ball zu bleiben und seine beruflichen Qualifikationen stetig zu aktualisieren und auszubauen.“

Demokratie und Terrorismus
Mit umfangreichen Schwerpunktthemen greift die Volkshochschule auch im nächsten Semester wieder aktuelle gesellschaftliche Diskussionen und Probleme auf. Unter dem Titel „Demokratie und Terrorismus“ beleuchten Experten und Betroffene so ab dem 25. April den weltweiten Terrorismus, der mit den Anschlägen vom 11. September 2001 seinen verheerenden Anfang nahm. Im Rahmen dieser Reihe werden auch die in Kolumbien und auf den Philippinen einer Geiselnahme zum Opfer gefallenen Rainer Bruchmann und Werner Wallert von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit Terroristen berichten.

Körperkulte
„Körperkulte“ heißt ein weiteres Schwerpunktthema, das sich ab dem 21. März mit der Inszenierung des menschlichen Körpers in unserer Gegenwart befasst. Hinter dem schönen Schein der in Fitnesscentern gestählten oder mit Schönheits-OP’s und Brachial-Diäten verschönten und verschlankten Körpern lauern oft Gefahren und Risiken, die Fachleute in Vorträgen und Diskussionen kritisch hinterfragen.

Seelische Notsituationen
In Kooperation mit dem Niedersächsischen Landeskrankenhaus widmet sich die VHS ab dem 22. Februar auch den immer mehr zunehmenden und häufig nicht erkannten oder verdrängten „Seelischen Notsituationen“. Der ärztliche Direktor des LKH, Prof. Dr. med. Wolfgang Weig und sein Team informieren in Vorträgen mit anschließenden Diskussionen über Depressionen, Süchte, Sexuelle Funktionsstörungen oder psychische Erkrankungen im Alter.

Was ist Kunst?
Eine spannende Diskussion verspricht unter dem Titel „Alles kann Kunst sein, aber nicht alles ist Kunst“ ein Podium am Dienstag, den 21. März. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Martin Damus und der Feuilleton-Chef der Neuen Osnabrücker Zeitung, Dr. Stephan Lüddemann, diskutieren darüber, ob und wie sich Kunst heute noch definieren lässt.

Rätsel und Gewinnspiel
Mit einem augenzwinkernden Rätsel- und Gewinnspiel lässt die Volkshochschule schließlich auch den Humor nicht zu kurz kommen. Im neuen Programmheft sind neun nicht ganz ernst gemeinte Kursangebote wie „Business-Kirgisisch“ oder „Luftpferdereiten“ versteckt, die es zu entdecken gilt. Den Gewinnern winken satte Bildungsgutscheine zwischen 50 und 150 Euro.

Das neue Programmheft der VHS ist für 1,50 Euro in der Geschäftstelle an der Bergstraße 8 und überall dort zu erhalten, wo es Zeitschriften gibt.

Neue Übergänge in den Beruf
14.12.05

Die Übergänge zwischen verschiedenen Lebens- und Berufsphasen standen im Mittelpunkt einer bundesweiten Tagung der Lernenden Regionen in der Volkshochschule der Stadt Osnabrück. Im Rahmen von Impulsreferaten und Workshops wurden hier Instrumente und Ansätze für ein wirkungsvolles „Übergangsmanagement“ vorgestellt und diskutiert.

Wie Dr. Gertrud Kühnlein vom Landesinstitut Sozialforschungsstelle Dortmund in ihrem Auftaktreferat ausführte, ist „die idealtypische Vorstellung vom reibungslosen Ablauf der Übergänge passé und galt beispielsweise für Frauen noch nie“. Anstelle dessen werde die Planbarkeit des Arbeitslebens immer schwieriger und es entstünden „Patchwork“-Biografien mit zahlreichen Brüchen und Umwegen.
Als politischen und gesellschaftlichen „Dauerbrenner“ strich sie den Übergang von der Schule in das Berufsleben heraus. Angesichts eines „undurchschaubaren Gewirrs an Berufs-Einmündungswegen“ sei hier der Einzelne in der Regel überfordert. So müssten unter dem Aspekt der „Lebensweltnähe“ transparente Informations- und Beratungsstrukturen vorgehalten und die Chancen für benachteiligte Zielgruppen verbessert werden.
„Bildung ist dabei der Schlüssel zur Zukunft“ resümierte Gertrud Kühnlein und sprach sich zugleich für einen ganzheitlich-integrierten Bildungsbegriff aus, der nicht nur die Ausbildungs- und Beschäftigungsbefähigung im Blick habe.
Neben dem Übergang von der Schule in den Beruf standen auf der Osnabrücker Tagung auch der Wiedereinstieg in den Beruf nach Eltern- und Familienphasen sowie der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand auf der Tagesordnung.
Als zentrale Aspekte eines effizienten Übergangs-Managements führte Dr. Silvia Matalik vom DLR, dem Projektträger des BMBF für das Programm Lernende Regionen, neben gezielten Orientierungshilfen die Kompetenzerfassung und –förderung, präventive Maßnahmen und die enge Verzahnung der verschiedenen Lebens- und Berufswelten an. In den nächsten Monaten sollen dazu nun bundesweit vernetzte Arbeitsgruppen der Lernenden Regionen konkrete Handlungsvorstellungen und – anleitungen erarbeiten.
Fusion der Volkshochschulen geplant
12.12.05
Die Volkshochschulen von Stadt und Landkreis Osnabrück stehen vor der Fusion. Im ersten Halbjahr des nächsten Jahres sollen Stadtrat und Kreistag einen entsprechenden Vorschlag der Mehrheitsfraktionen von CDU und FDP beschließen.
Im Anschluss an ein Arbeitstreffen der sogenannten „Osnabrücker Runde“ stellten die CDU- und FDP-Fraktionsspitzen aus Stadt und Landkreis jetzt ihre entsprechenden Pläne der Presse vor.
Ziel der für 2007 geplanten Fusion sind „Synergieeffekte im Bereich der Koordination der Bildungsarbeit und der Qualitätsentwicklung sowie eine Erhöhung der Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen.“ Erhalten bleiben sollen die dezentralen Strukturen und die Arbeit in den 21 Außenstellen des Landkreises.
Die Federführung bei den anstehenden Verhandlungen liegt bei der Stadt Osnabrück und das Haus der Volkshochschule an der Bergstraße in der Osnabrücker Innenstadt soll zur Zentrale werden.
Mit der Fusion würde in der Region Osnabrück die zweitgrößte Volkshochschule nach Hannover in Niedersachsen entstehen. Derzeit haben beide Volkshochschulen zusammen rund 110.000 Unterrichtsstunden und knapp 50 hauptberufliche Mitarbeiter.
Lotsen für eine weiche Landung
12.12.05
Mit einem „Glückwunsch und einem dicken Dankeschön“ konnte Osnabrücks Kultus- und Sozialdezernent Reinhard Sliwka jetzt 16 frischgebackenen Integrationslotsen aus 10 verschiedenen Nationen ihre Urkunden überreichen. Als Ehrenamtliche sollen sie in Zukunft, so Sliwka, für „eine weiche Landung von Neuankömmlingen in Osnabrück“ sorgen
In einem von Christina Müller-Wille und Hülliye Zengin geleiteten Pilot-Seminar der VHS der Stadt Osnabrück hatten die Frauen und Männer zwischen 25 und 64 Jahren sich in zentralen Bereichen und Themen der Zuwanderung fit gemacht – von den Formen der Zuwanderung über Gesetze und staatliche Hilfen bis zur kompetenten Gesprächsführung und Reflexion der eigenen Erfahrungen.
Daneben war es aber auch wichtig, so Svetlana Dick, „nicht nur im eigenen Saft zu kochen und viele verschiedene Nationalitäten und Kulturen kennen zu lernen.“ Überhaupt waren viele der Seminar-Teilnehmer über die große Vielfalt der Vereine und Angebote für Zuwanderer in Osnabrück erstaunt und zeigten sich einig, „dass in Osnabrück viel für die Integration getan wird“. Eine „ungewollte Aktualität des Themas durch die Ereignisse in Frankreich“ sah die Osnabrückerin Helga Raabe und unterstrich, „dass es wichtig und richtig ist, dass alle etwas dafür tun.“
Schon jetzt sind die 16 Integrationslotsen teilweise in Vereinen und Projekten wie „Exilverein“, „feme“, „Brücke der Hoffnung“, „Internationales Frauennetz“ oder „Landsmannschaft der Russlanddeutschen“ aktiv und wollen dort ihre neu erworbenen Kenntnisse in die Praxis umsetzen. Andere werden über die Freiwilligenagentur oder das Büro für Integration in die ehrenamtliche Lotsenarbeit vermittelt.
Zukünftig sollen an der VHS der Stadt Osnabrück pro Jahr zwei Integrationslotsen-Seminare durchgeführt werden. An Interesse, so Fachbereichsleiterin Astrid Dinter, mangelt es nicht: Schon jetzt stehen 20 Interessenten für das nächste Seminar auf der Warteliste.


Bild: Frischgebackene Integrationslotsen, im Hintergrund von l.n.r. VHS-Direktor Dr. Johannes Hartkemeyer, Jochen Weber vom Referat Bildungs- und Sozialplanung und Kultus- und Sozialdezernent Reinhard Sliwka

 

GEW fordert Sofortprogramm für Weiterbildung
05.12.05
Ein Sofortprogramm für die Weiterbildung hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorgeschlagen. „Weiterbildung muss endlich zur vierten Säule des Bildungssystems ausgebaut werden“, forderte Stephanie Odenwald, Leiterin des Vorstandsbereichs Berufliche Bildung/Weiterbildung der GEW.

„Wir brauchen ein Erwachsenen-Förderungsgesetz, in dem beispielsweise ein Erwachsenen-BAföG festgeschrieben wird“. Odenwald erinnerte in diesem Zusammenhang an die entsprechenden Vorschläge, die die Kommission für die „Finanzierung lebenslangen Lernens“ bereits im vergangenen Jahr gemacht hatte.

„Die Bundesanstalt für Arbeit (BA) muss den Hebel in ihrer Förderpolitik umlegen. Angesichts von fünf Millionen Arbeitslosen brauchen wir ein präventives Qualifizierungsangebot als Teil eines arbeitsmarktpolitischen Gesamtkonzeptes“, sagte die Gewerkschafterin. „Es ist absurd: Weiterbildung wird gebraucht wie nie zuvor, gleichzeitig befindet sich die Branche jedoch im freien Fall.“ Odenwald wies darauf hin, dass die Zahl der nach Sozialgesetzbuch III Geförderten in der beruflichen Weiterbildung in den vergangenen Jahren von 300.000 auf 100.000 zurück gegangen sei. Die Folge dieser drastischen Kürzungen: Rund 40.000 Arbeitsplätze seien in der Weiterbildungsbranche zerstört worden. Feste Arbeitsverträge und angemessene Bezahlung seien zum Auslaufmodell geworden. Wenn zunehmend „pädagogische Wanderarbeiter“ mit Mini-Honoraren für die Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung“ angeheuert würden, sinkt auch die Qualität der Weiterbildung.

„Die neue Bundesregierung muss jetzt schnell handeln und eine Weiterbildungsoffensive starten“, unterstrich Odenwald. Erforderlich seien der Ausbau der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung sowie ein umfassendes Angebot in den Kommunen.

Quelle: http://www.gew.de

Vom Nutzen der Weblogs
01.11.05
Seit rund drei Jahren haben sich Weblogs ihren Platz im Internet und in der öffentlichen Kommunikation erobert. Geradezu explosionsartig ist ihre Popularität gestiegen und so wird auch zunehmend über ihren Nutzen und ihr Potenzial gestritten.

Vom Weblog als rein privates (Tagebuch-) Journal über das Weblog als Marketing- und Kommunikationsinstrument bis zu Weblogs als neue Lernmedien reicht die Palette.
In einem empfehlenswerten Aufsatz beschreibt Jochen Robes die Möglichkeiten von Weblogs für Wissensarbeiter, z.B. um

  • Ihre Arbeit zu organisieren
  • Zu publizieren
  • Zu kommunizieren und
  • Sich als Fachexperte zu positionieren

Jochen Robes hat sich als Projektleiter unter anderem bei der Deutschen Bank mit neuen Lernmedien und –formen auseinandergesetzt und betreibt den Weblog http://www.weiterbildungsblog.de

Der Artikel ist zu finden unter:
www.weiterbildungsblog.de/archives/000995.html#more

Deutschland holt auf
14.09.05
Der neue OECD-Bericht zeigt, dass Deutschland wieder langsam Anschluss an die Spitze der Bildungsnationen bekommt.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn sieht die Bildungsreform in Deutschland auf einem guten Weg. "Die Bildungschancen sind für alle in Deutschland so groß wie nie", sagte sie anlässlich der Vorstellung des internationalen OECD-Berichts "Bildung auf einen Blick 2005" in Berlin. Die Daten zeigten einen Trend für eine größere Beteiligung auch bildungsferner Schichten. "Mit den Talenten aller unserer Menschen bleibt Deutschland international Spitze", sagte die Ministerin. Der Reformkurs müsse entschieden fortgesetzt werden.

Rekordzahlen bei Studienanfängern
Mit Rekordzahlen bei den Studienanfängern sah sich die Ministerin bestätigt. So stieg der Anteil der Studierenden am Altersjahrgang von knapp 28 Prozent im Jahr 1998 auf 38 Prozent im Jahr 2004. Ein wichtiger Grund dafür sei die BAföG-Reform gewesen. Während die Zahl der Geförderten um nahezu 50 Prozent wuchs, erhöhte sich die Förderung von 1,2 Milliarden Euro auf über 2 Milliarden Euro. Der Anteil der Studienanfänger aus Arbeiterfamilien stieg nach jüngsten Studien von 13 auf 17 Prozent.
Bulmahn wies darauf hin, dass die Studienanfänger aus den wirtschaftlich schwächeren Schichten häufig ein Studium der Natur- oder Ingenieurwissenschaften belegen. Diese reagierten allerdings auch besonders sensibel auf die derzeitige Debatte um die Einführung von Studiengebühren. "Wer Studiengebühren einführt und wie die Union gleichzeitig das BAföG abschafft, wird die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre abwürgen." Bulmahn forderte einen gebührenfreien Zugang zu den Hochschulen: "Unser Land braucht mehr gut ausgebildete junge Menschen - nicht weniger."

Für mehr individuelle (Früh-) Förderung
Die Reform des Bildungssystems habe inzwischen auch die Schulen voll erfasst. Dazu gehöre das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung mit vier Milliarden Euro. Großen Handlungsbedarf sieht die Ministerin aber noch bei der individuellen Förderung. "In Deutschland ist der schulische Erfolg - weit stärker als in nahezu allen anderen vergleichbaren Staaten - noch vom sozioökonomischen Hintergrund der Schüler und Schülerinnen abhängig." Abhilfe könne eine bessere und längere Betreuung und Förderung der Schülerinnen und Schüler mit neuen Bildungskonzepten in Kindergärten und Ganztagsschulen leisten.
Bulmahn wies auf die Erfolge der Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Bildungsreform hin. Jüngstes Beispiel sei das bessere Abschneiden beim PISA-Vergleich zum mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht, nachdem es zuvor ein gemeinsames Bund-Länder-Programm in diesem Bereich gegeben habe. "Das gute Ergebnis sollte für uns der Ansporn sein, noch mehr miteinander zu unternehmen, anstatt in kleinlichen Kompetenzstreitigkeiten zu verharren." Hierbei könne die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung als gemeinsame Einrichtung eine bedeutende Rolle spielen.

(BMBF /EB)

Broschüre zu "Beruf und Betriebswirtschaft"
17.08.05
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert mit einer neuen Broschüre "Beruf und Betriebswirtschaft" über aktuelle Fortbildungsabschlüsse für Führungspositionen in diesem Bereich.

Zu diesen Fortbildungsabschlüssen gehören der Geprüfte Bilanzbuchhalter, Controller (IHK), Betriebswirt (IHK) und der Geprüfte Technische Betriebswirt.  Beruflichen Fachkräften werden durch die Broschüre Qualifizierungswege und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten gezeigt. Wer diese Fortbildungsabschlüsse anstrebt, kann leitungsnahe Funktionen in Unternehmen besetzen, die bislang häufig Hochschulabsolventen vorbehalten sind. Für die Personalverantwortlichen bietet die Broschüre eine Übersicht über die Inhalte der Bildungsabschlüsse und erleichtert damit die richtige Besetzung zentraler Stellen in den Unternehmen.

Die Veröffentlichung kann kostenlos bestellt werden unter:


Bundesministerium für Bildung und Forschung
Postfach 30 02 35
53182 Bonn
Tel.: 01805-262302
Fax: 01805-262303 (jeweils 0,12 '/min. aus dt. Festnetz)

Sie steht auch unter

http://www.bmbf.de/pub/beruf_und_betriebswirtschaft.pdf

zum Download zur Verfügung.


Bundesweite Weiterbildungsoffensive
10.08.05
Unter dem Slogan „Weiter? Bilden!“ hat die Konzertierte Aktion Weiterbildung (KAW) gemeinsam mit großen Bildungsverbänden eine Mobilisierungskampagne gestartet, um die Weiterbildungsmotivation in Deutschland zu verbessern.
Prof. Dr. Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbands und DFB-Team-Manager Oliver Bierhoff werben in Anzeigen für lebenslanges Lernen.

Der Begriff des lebenslangen Lernens hält immer weiter Einzug in das Bewusstsein der Menschen. Im nationalen und internationalen Wettbewerb wächst die Bedeutung einer stetigen Weiterbildung des Einzelnen. Der deutsche Weiterbildungsmarkt bietet vielfältige Angebote in allen Bereichen. Die Entwicklungen auf dem Weiterbildungsmarkt werden maßgeblich durch Angebot und Nachfrage, aber auch entscheidend durch politische Vorgaben geprägt.
Ein Forum für alle im Bereich der allgemeinen, politischen, beruflichen und der wissenschaftlichen Weiterbildung Verantwortlichen bietet die Konzertierte Aktion Weiterbildung (KAW). Sie ist ein unabhängiges Sachverständigengremium für den Bereich der Weiterbildung. Sie nimmt - unabhängig und überparteilich - Aufgaben der Politikberatung wahr und ist Ansprechpartner und Impulsgeber für die Weiterbildung.


Bildungspolitische Themen im Focus
Ziel der KAW ist es, die Bedeutung der Weiterbildung im Sinne der Programmatik des lebenslangen Lernens auf nationaler und europäischer Ebene zu fördern. Aktuelle bildungspolitische Themen stehen im Vordergrund der Tätigkeit:
• Qualitätsentwicklung/ Qualitätssicherung
• Zertifizierung informellen Lernens
• Finanzierung lebenslangen Lernens
• Beratung und Weiterbildungsmarketing
• Förderung der sozialen Integration
• Bearbeitung internationaler Bezüge
• Berichterstattung in der Weiterbildung
• Lernende Regionen
In ihrer Funktion als Politik beratendes Gremium entwickelt die KAW handlungsorientierte bildungspolitische Stellungnahmen und Empfehlungen zu den genannten Themen. Die KAW dient als Forum für Weiterbildungsinnovationen, pflegt den fachlichen nationalen und internationalen Erfahrungsaustausch und initiiert Kooperationen zu weiterbildungsrelevanten Themen. Sie sieht ihre vorrangige Aufgabe darin, den Diskurs zwischen den weiterbildungspolitischen Akteuren auf allen Ebenen zu intensivieren, unterschiedliche Positionen zu bündeln und den Transfer in die Praxis zu sichern.

Mehr zum Thema: http://www.kaw-info.de



Qualitätsoffensive Weiterbildung
01.08.05

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzt seine Qualitätsoffensive für die Weiterbildung fort. Zusammen mit dem Europäischen Sozialfonds stellt es dafür rund 10 Millionen Euro zur Verfügung.

In Rahmen der Qualitätsoffensive sollen die Weiterbildungstests und Marktübersichten der Stiftung Warentest bis zum Dezember 2007 fortgeführt werden. Mit der Förderung des BMBF veröffentlichte die Stiftung Warentest seit 2002 insgesamt 42 Tests, Reports und qualifizierte Marktübersichten zur Weiterbildung. Darunter etwa Existenzgründungs-Qualifizierungen, Bewerbungstrainings, elektronische Lern- und Informationssysteme sowie Fach- und Führungskräftetrainings. Viele der getesteten Bildungsträger nahmen Kontakt zur Stiftung auf, um ihr Angebot zu verbessern. Die Verbraucher zeigten ein lebhaftes Interesse. Die Kriterien der Untersuchung zu E-Learning-Medien und Weiterbildungsdatenbanken wurden in zwei DIN-Standardisierungspapiere aufgenommen.

Die vergleichenden Weiterbildungstests und Marktübersichten der Stiftung Warentest sollen auch in den kommenden Jahren für Transparenz auf dem Weiterbildungsmarkt sorgen. Die Bildungsinteressierten sollen wissen, welche Weiterbildungen in welchen Branchen weiterhelfen und wie sie gute Angebote finden und erkennen können. Die Anbieter können mit den Vergleichstest ihrerseits das Angebot optimieren.

Quelle: BMBF

Weitere Infos unter http://www.stiftung-warentest.de/online/bildung_soziales/weiterbildung.html

 

Immer weniger Weiterbildung im Betrieb
27.07.05
Schlagworte wie Lebenslanges Lernen, Wissensgesellschaft und mehr Geld für Bildung sind feste Bestandteile fast jeder Politikerrede. Doch wie die FAZ konstatiert, hat das mit der Praxis „offenbar wenig zu tun“.

So stellt Heinz Przewodnik, Geschäftsführer des weltweit operierenden Weiterbildungsanbieter IRR, seit Jahren einen Rückgang in der betrieblichen Weiterbildung fest – alleine im letzten Jahr um 7%.
Insgesamt würden nicht nur weniger Weiterbildungsmaßnahmen genehmigt und finanziert, sondern der Trend gehe auch zu immer kürzeren Seminaren. Hier seien dann wiederum auch keine allgemeinen Themen gefragt, sondern ganz spezielle betriebliche Problemlösungen. Als krisenfestestes Angebot in der Weiterbildung stellte Przewodnik die „rein firmeninternen Schulungen“ heraus, die bei der IRR weltweit schon 60% ausmachten.

Der Link zum FAZ-Artikel: http://www.faz.net/

PISA die Zweite
22.07.05
Es kommt Bewegung ins Schulsystem, doch das System als Ganzes bewegt sich offenbar noch nicht genug, wie der neue PISA-Ländervergleich zeigt.

„Das deutsche Bildungssystem mit seinen 16 Ländern ist ein schwerfälliger Tanker, der behäbig, wenn nicht unmanövrierbar geworden ist“, so schien es vielen nach dem schlechten Abschneiden der 15-jährigen Jugendlichen in Deutschland nach der PISA-Studie 2000 (Programme for International Student Assessment).
Daher stellt sich die Frage, ob es die Beweglichkeit und Veränderungsfähigkeit des hiesigen Bildungssystems fördert, wenn jedes Land seinen eigenen Reform-Mix herstellt und wer von wem etwas lernen kann? Einige Antworten darauf gibt die Analyse des PISA-Ländervergleiches.
Welche Länder, so die spannende Frage vor der Veröffentlichung der zweiten PISA-E-Studie am 14. Juli 2005, würden stranden und welche würden an Fahrt gewinnen? Haben es die 16 Länder besser geschafft als vor drei Jahren, einerseits den Schülern die wesentlichen Fertigkeiten in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu vermitteln und gleichzeitig die Schüler aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationsintergrund mitzuziehen?

Es ist etwas in Bewegung geraten
In den Ländern ist etwas in Bewegung geraten: „Es gibt kein einziges Land, das bei PISA 2003 schlechter abschneidet als bei PISA 2000. „Beim nunmehr zweiten PISA-E-Ländervergleich – diese PISA-Erweiterung vergleicht das Kompetenzniveau der deutschen Länder – testeten die PISA-Forscher unter der Ägide der OECD rund 45.000 Schülerinnen und Schüler. Die Stichproben, die international und national vergleichbare Erkenntnisse über das Niveau der 15-Jährigen in den Kompetenzbereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen liefern sollen, kamen aus ca. 1.500 Schulen. Beim zweiten PISA-Test ging es schwerpunktmäßig darum, die Mathematikkünste der 15-Jährigen abzufragen, doch auch die Fähigkeiten im Lesen und in naturwissenschaftlichen Fächern kamen auf den internationalen Prüfstand. In der ersten PISA-Runde stand die Lesekompetenz im Zentrum des Interesses.
Bei der zweiten PISA-E-Studie von 2003 bildet Bayern in allen drei Kategorien – Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften – die Spitze und das nicht nur in Deutschland. Das Land ist dabei in die Weltspitze vorgedrungen (533 Punkte für mathematische Kompetenz) elf Punkte hinter dem Gewinner Finnland (544 Punkte). Neu ist: Baden-Württemberg, bisher Zweiter im bundesdeutschen Vergleich, wird in Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösen von Sachsen übertroffen. Nur noch im Lesen bleibt Baden-Württemberg auf Platz zwei. Auch Thüringen liegt in vielen Kategorien über dem OECD-Durchschnitt. Die Spitze bei PISA-E hat sich also verdoppelt. Waren bei der ersten PISA-Studie zwei Länder deutschlandweit Spitze, nämlich Bayern und Baden-Württemberg, kommen diesmal Sachsen und Thüringen hinzu.
Doch auch die Zahl der Länder, die im OECD-Durchschnitt ankommen, hat sich erhöht. In Mathematik schafften acht Länder den Anschluss ans Mittelfeld, im Kompetenzbereich Problemlösen sogar auf Anhieb zehn Länder. Nur bei der Lesekompetenz sieht die Situation gar nicht rosig aus: Hier gelang es nur vier Ländern, an den OECD-Durchschnitt von 494 Punkten heranzukommen. Acht Länder befinden sich unter Durchschnitt.
Einer der zentralen Punkte des zweiten PISA-Ländervergleichs war die Frage, wie sich die Leistungen in den Ländern seit PISA 2000 verändert haben. Festzustellen ist: Die Leistungen in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen haben sich teilweise deutlich verbessert. Am meisten Punkte hinzugewonnen haben hier Länder aus dem Osten der Republik, allen voran Sachsen-Anhalt, aber auch Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Etwas aus dem Rahmen fällt dabei Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt sorgen diese Länder dafür, dass sich die Schere zwischen dem Osten und Westen nicht weiter öffnet.
Kompetenzzuwächse gab es sowohl von Ländern, die im ersten Ländervergleich Spitzenpositionen einnahmen, als auch in solchen, die auf unteren Rängen geführt wurden. So konnte etwa Bremen in der mathematischen Disziplin im Teilbereich „Veränderung und Beziehung“ 30 Punkte hinzugewinnen. Bayern erreichte in der gleichen Kategorie „nur“ 24 Punkte mehr. So können Verlierer als Gewinner dastehen.
Bei der Schlüsselkompetenz Lesen haben sich auf der internationalen Skala einige Nationen verschlechtert, was den OECD-Durchschnitt insgesamt gedrückt hat. Deutschland folgt dieser Entwicklung nicht, da es sich bei PISA 2003 um sieben Punkte im Bundesdurchschnitt verbessert hat. Sachsen-Anhalt führt mit 27 hinzugewonnen Punkten im Lesen die neue Bildungsligatabelle der Länder an, gefolgt von Bremen und Brandenburg (19 Punkte). Man kann also gewinnen, ohne zugleich auch in der Rangliste der Bundesländer vorne zu liegen. Dort befindet sich Bremen in punkto Lesen immer noch am Schluss der Tabelle und Brandenburg auf Platz 14.

Stolze und Enttäuschte
Die Reaktionen der Kultusminister variieren je nach Länderergebnis zwischen Stolz und Enttäuschung. Enttäuscht ist Nordrhein-Westfalen, nicht weil es Schlusslicht in der Länderrangliste wäre, sondern weil es am wenigsten Zugewinne in mathematischen Disziplinen, etwa im Teilgebiet „Veränderung und Beziehung“, verbuchen konnte. Und gerade beim Lesen büßte es gegenüber dem ersten Test sogar Punkte ein. In Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften liegt das Land unter dem Durchschnitt und rangiert zwischen dem 12. und 14. Platz. Im Unterschied zu Bayern ist die mathematische Kompetenz in NRW besonders eng an die soziale Herkunft gekoppelt. Die neue Schulministerin in NRW, Barbara Sommer, quittierte das Ergebnis als „niederschmetternd“ und machte die rot-grüne Vorgängerregierung dafür verantwortlich: Es sei der „verfehlten Bildungspolitik der vergangenen Jahrzehnte“ geschuldet.
Insgesamt ist festzuhalten: In der Gesamtschau haben sich die Kompetenzunterschiede zwischen den Ländern nicht wirklich verringert, so das PISA-Konsortium in Deutschland unter der Leitung von Manfred Prenzel. Es stellte allerdings fest, dass „Bildungsergebnisse auch in relativ kurzen Zeiträumen deutlich verbessert werden können“.
Alle Länder, auch diejenigen, die bei dem Ländervergleich enttäuschend abgeschnitten haben, betonen die Notwendigkeit, Kurs zu halten. Da ständige Reformen und Veränderungen auch verunsichern, möchte man jetzt einen klaren Kurs fahren. Begriffe wie „Anstrengung“ und „Konsequenz“, die in engem Zusammenhang mit den klassischen Sekundärtugenden stehen, haben in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung des zweiten Ländervergleichs Hochkonjunktur. Viele Länder glauben, auf dem „richtigen Weg“ zu sein. „Die jetzt vorliegenden Ergebnisse ermutigen uns, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen“, sagt Senator Willi Lemke aus Bremen. Seine baden-württembergische Amtskollegin teilt diese Einschätzung und plädiert für einen weiteren Ausbau der Unterrichtsqualität.
Kurs halten bedeutet für die allermeisten Kultusminister: Korrekturen am Schulsystem, ohne das gegliederte Schulsystem insgesamt anzutasten. „Man muss sich in einer virtuellen Welt aufhalten, wenn man behaupten will, dass ein gegliedertes Schulsystem nicht zukunftsfähig sei“, so Kultusministerin Annette Schavan aus Baden-Württemberg auf der Pressekonferenz in Berlin.
Wo die sozial gerechtesten Schulen Deutschlands liegen
Sprachkurse vor der Einschulung, Vergleichsarbeiten, zentrales Abitur, Impulse für die Selbstständigkeit von Schulen, Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Begabtenförderung, Qualitätstests durch Schulinspektoren, Bildungsstandards, tausende Ganztagsangebote – die Länder legen teils lange Listen mit Konsequenzen vor, die sie aus den internationalen Leistungsstudien ziehen werden und z. T. schon gezogen haben. Viele Initiativen von Bund und Ländern wie z.B. der Ausbau der Ganztagsangebote und auch die neuen vorschulischen Bildungsprogramme konnten sich dabei noch gar nicht auf die Ergebnisse der gegenwärtigen PISA-Studie auswirken, daran erinnert Doris Ahnen, Kultusministerin aus Rheinland-Pfalz. Das PISA-Konsortium macht Hoffnung, dass die neuen Qualifizierungsprogramme in den Ländern und der „Wandel des Bildungsklimas“ zu einer Verbesserung der PISA-Ergebnisse in Deutschland insgesamt geführt haben könnten. Nähere Aufschlüsse über die Ursachen von Veränderungen können jedoch erst von den vollständigen Ergebnissen des Ländervergleiches erwartet werden, die im Herbst vorgelegt werden.
Neben der Frage nach Kompetenzzuwächsen in den einzelnen Ländern lautet die zweite entscheidende Frage: Gibt der zweite nationale PISA-Test Hinweise darauf, dass die für Deutschland typische enge Kopplung zwischen sozialer Herkunft, Bildungschancen und guten Leistungen in der Schule aufgebrochen wird? Die Schulforscher der OECD haben u.a. untersucht, inwieweit ein Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft der Jugendlichen und ihren mathematischen Fähigkeiten besteht. Differenziertere Aussagen zur sozialen Selektivität unserer Schulsysteme im Ländervergleich können ebenfalls erst nach Vorliegen der vollständigen Ergebnisse gemacht werden. In der nun vorgelegten Vorstudie kommen sie zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Kompetenzniveau in Deutschland „noch immer ausgeprägt ist“. Auch wenn es große Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Im internationalen Maßstab gesehen, leisten sich nur Belgien und Ungarn noch selektivere Schulsysteme als Deutschland.
Allein einzelne Länder stehen besser da. Eine hohe mathematische Kompetenz mit geringer Kopplung der sozialen Herkunft findet sich in Bayern, Sachsen und Thüringen, während umgekehrt ein geringes Kompetenzniveau bei gleichzeitig enger Kopplung sozialer Herkunft in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen besteht. Die geringste Kopplung von Herkunft und Bildungserfolg kann das Land Brandenburg für sich verbuchen, das daher sein Schulsystem als „das sozial gerechteste Schulsystem Deutschlands“ feiert.
„Wir müssen auf die Gesamtentwicklung sehen und nicht auf die einzelnen Länderpositionen“, sagt Jürgen Zöllner, Wissenschaftsminister von Rheinland-Pfalz. Auch der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen den Ländern und warnt vor der Selbstzufriedenheit. Gebot der Stunde sei ein „kooperativer Föderalismus“. „Wir müssen aufpassen, dass die Bildungspolitik der Länder nicht zum Strohfeuer wird, sondern endlich langfristig konzipiert und umgesetzt wird“, wettert Eckinger.

Wer will einen Flickenteppich fördernder und benachteiligender Schulen?
Was würde es bringen, wenn ein Bundesland alleine in die internationale Spitzengruppe vordringen würde, während in den Nachbarbundesländern die Chance auf gute Schulleistungen und hohe Abschlüsse immer noch vom Geldbeutel des Elternhauses abhängt? Konsequent auf Leistungszuwächse hinzuwirken, dabei aber den fragwürdigen Weg eines selektiven Bildungssystems weiter zu beschreiten, hilft auch nicht weiter. Mit einem Flickenteppich von fördernden Schulen und benachteiligenden Schulen wird der Ruf der deutschen Schulen in der Welt nicht besser. Und die Menschen werden nicht zufriedener. Eins ist sicher: Von Bildungsgerechtigkeit ist Deutschland noch weit entfernt, auch wenn erste Schritte zur Verbesserung sichtbar werden. Hier haben die Länder ihre Hausaufgabe des Umsteuerns erst noch zu machen.
Detaillierte und aussagekräftige Analysen der PISA-E-Studie erwartet niemand vor dem 3. November, wenn auf einer Fachtagung die vollständigen Ergebnisse des Ländervergleiches vorgestellt und die ausführliche PISA-E-Studie diskutiert werden. Vielleicht geben sich die Stolzen dann wieder bescheidener und die Enttäuschten zuversichtlicher. Das wäre sinnvoll, um gemeinsam die richtigen Konsequenzen für alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland zu ziehen.

Autor: Arnd Zickgraf
Mit freundlicher Genehmigung von Bildung Plus http://bildungplus.forumbildung.de

Gesundheits-Qualifizierung im Verbund
28.06.05
Effektive Bildungsarbeit für den Gesundheitsmarkt der Zukunft ist das Ziel des Instituts für Gesundheit und Bildung e.V., das jetzt mit einer Auftaktveranstaltung im Kreishaus offiziell an den Start ging. Unter dem Titel „Der Gesundheitsmarkt im Umbruch“ diskutierten dabei rund 200 Experten über Märkte, Entwicklungen und den Qualifizierungsbedarf.

Für effektive Qualifizierung im Gesundheitsmarkt: v. l.: Dr. Hansjörg Hermes (Geschäftsführer Klinikum Osnabrück), Dr. Hans–Erhard Sulanke, Prof. Dr. Bernhard Greitemann, Dr. Thomas Schott, Dr. Reinhold Kassing, Jürgen Wolf (Geschäftsführer Völkerschulen), Dr. Dirk Heuwinkel (Strategische Steuerung und Kreisentwicklung, Landkreis Osnabrück)

„Mehr als 13.000  Beschäftigte, also rund 14 Prozent der erwerbstätigen Menschen im Landkreis Osnabrück, arbeiten  in der Gesundheitswirtschaft", sagte der Erste Kreisrat des Landkreises Osnabrück, Dr. Reinhold Kassing. Es sei daher wichtig, die richtigen Konzepte für den Gesundheitsmarkt von morgen zu entwickeln.
„Die Idee zu dem Institut für Gesundheit und Bildung entstand bei einem vom Landkreis Osnabrück ins Leben gerufenen Forum, das die Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft zum Ziel hatte“, so der erste Vorsitzende des neuen Instituts, Prof. Dr. Bernhard Greitemann, Ärztlicher Direktor der Klinik Münsterland. Der Zusammenschluss wolle Kompetenzen bündeln, individuelle Bildungsberatung leisten und mit der Beurteilung von Lehrplänen und Unterrichtsprogrammen die Qualität der Weiterentwicklung von Bildungsangeboten im Gesundheits- und Sozialbereich sichern. „Die Aufgaben reichen von gezielten Bedarfsanalysen in den angeschlossenen Betrieben bis zu berufsbegleitenden Lehrgängen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialwesen.“ Neben diesen notwendigen fachlichen Angeboten würden Seminare zu weiteren Themenfeldern durchgeführt. „Die Schwerpunkte liegen bei Führung, Kommunikation und Gesundheitsmanagement.“

Das nun veranstaltete Expertenforum „Der Gesundheitsmarkt im Umbruch“ zum Qualifizierungsbedarf für die Gesundheitswirtschaft wendete sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Einrichtungen im Gesundheitswesen und insbesondere auch an diejenigen, die Bildungsangebote machen. Zukünftige Entwicklungen im Gesundheitssystem aus Sicht der Versorgungsforschung betrachtete Dr. Thomas Schott, Leiter des Instituts für Versorgungsforschung an der Universität Bielefeld.

Dr. Hans–Erhard Sulanke, Experte und Berater für strategische Personalentwicklung, referierte über die Personalentwicklung als Erfolgsfaktor für die Zukunft. Ein aktuelles Anliegen sei die Vorbereitung der Mediziner auf die neuen Herausforderungen der Qualitätssicherung in der Rehabilitation. „Am 1. März ist die Vereinbarung zu den Rehabilitations - Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses in Kraft getreten“, so Prof. Greitemann. „Danach ist die erfolgreiche Teilnahme an einem anerkannten Fortbildungskurs für Ärzte zwingende Voraussetzung für die Verordnung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation.“ Mit einigen Ärztekammern seien bereits Verhandlungen geführt worden, um ein solches Fortbildungsangebot zeitnah realisieren zu können.

Weitere Informationen gibt die Geschäftsstelle des Instituts für Gesundheit und Bildung e. V. unter der Telefonnummer 0541/ 49242 oder per Email: info@gesundheitundbildung.de

Qualifizierung für Migrantinnen
24.06.05
Migrantinnen fit für den internationalen Arbeitsmarkt machen – das ist Ziel eines Equal-Teilprojekts an der Volkshochschule der Stadt Osnabrück. Eingebettet ist es in den niedersachsenweiten Projektverbund „Frauen @ Europa“, der von der EU mit rund zwei Millionen Euro gefördert wird.

 

Kooperationspartner und potenzielle TeilnehmerInnen stellen das neue Equal-Projekt vor

Mit finanzieller Unterstützung der AGOS und der Agentur für Arbeit sowie in Kooperation mit dem Internationalen Frauennetzwerk, dem Gleichstellungsbüro, der Wirtschaftsförderung und weiteren strategischen Partnern werden vor Ort zwei Qualifizierungen angeboten. Sie sollen, wie Anna-Maria Schmitz Hülsmann vom Gleichstellungsbüro unterstrich, die „strukturelle und doppelte Benachteiligung von weiblichen Migranten auf dem Arbeitsmarkt“ ein Stück weit ausgleichen.
Im September startet in Osnabrück so zunächst eine kaufmännische Berufsvorbereitung für Migrantinnen. Hier können sich 20 Teilnehmerinnen mit Themenschwerpunkten wie EDV, Logistik oder Außenhandel in einem viermonatigen Theorie- und sechsmonatigen Praktikumsteil vertraut machen.
„Wir wollen Angst nehmen, Mut machen und Perspektiven eröffnen“ fasste Ilse Huser von der AGOS zusammen und unterstrich das Ziel der nachfolgenden „Vermittlung in ein Ausbildungsverhältnis“.
Eine zweite Qualifizierung bietet ein „Mentoring für junge Migrantinnen“. Hier erhalten die TeilnehmerInnen durch Mentorinnen und in gemeinsamen Workshops wichtige Unterstützung rund um ihre berufliche und familiäre Zukunft. Wie Marion Beier von der VHS ausführte, werden für diese Qualifizierung auch noch Mentorinnen „aus dem mittleren Management von kleinen und mittelständischen Unternehmen gesucht“. In einer „win-win-Situation“ könnten diese den jungen Migrantinnen Türen öffnen und zugleich „wertvolle interkulturelle Kompetenz“ erlangen.

Interessierte TeilnehmerInnen für die beiden Qualifizierungen können sich bei Marion Beier ab sofort unter der Tel.-Nr. 0541-323-4240 melden.

Mehr Infos unter www.vhs-os.de

 


Neues Institut für Gesundheit und Bildung
24.06.05
Ein innovatives Projekt für Qualifizierung im Gesundheitswesen setzt auf Vernetzung und gemeinsame Bildungsplanung von Akut- und Reha-Einrichtungen.

Die bedarfsgerechte Qualifizierung von MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen hat sich ein neues Netzwerk für die regionale und überregionale Bildungsarbeit im Landkreis Osnabrück zur Aufgabe gemacht. Vertreter von 44 Kliniken und anderen Institutionen aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft gründeten im Dezember 2004 gemeinsam mit dem Landkreis Osnabrück das Institut für Gesundheit und Bildung Osnabrück e.V. Sein Ziel ist die Weiterentwicklung der regionalen Gesundheitswirtschaft mit bedarfsgerechten Bildungsangeboten. Insbesondere soll der Qualifizierungsverbund eine Vernetzung zwischen Akut- und Reha-Einrichtungen schaffen und Maßstäbe für eine gemeinsame Bildungsplanung der MitarbeiterInnen definieren. Als Vorteil sehen die Verbundmitglieder vor allem die gezielte Bildungsplanung, die auf neue Anforderungen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft unverzüglich reagiert sowie neue, an bestehenden Defiziten ausgerichtete Qualifizierungsangebote, die über die Vernetzung transparent werden.

Von der Bedarfsanalyse bis zum Lehrgang
Die Aufgaben des neuen Bildungsinstituts sind vielfältig. Sie reichen von gezielten Bildungsbedarfsanalysen über die Implementierung strategischer Personalentwicklung in den angeschlossenen Einrichtungen bis hin zur Durchführung qualifizierter berufsbegleitender Lehrgänge.
Schwerpunkte sind zunächst die Themen Führung, Kommunikation, Umgang mit schwierigen Patienten, Gesundheitsmanagement und Betriebliches Eingliederungsmanagement. Für Letzteres ist neben der Qualifizierung der handelnden Personen auch der Aufbau geeigneter Strukturen in den Einrichtungen Gegenstand der Kooperation.

Reha-Fortbildung für Mediziner geplant
Ein besonderes Anliegen des Instituts ist die Vorbereitung des ärztlichen Personals auf die neuen Herausforderungen der Qualitätssicherung in der Rehabilitation: Seit Inkrafttreten der Vereinbarung zu den Rehabilitations-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses am 1. März 2005 ist die erfolgreiche Teilnahme an einem anerkannten Fortbildungskurs für Mediziner zwingende Voraussetzung für die Verordnung von Leistungen zur Medizinischen Rehabilitation.
Hier wird die DEGEMED als Kompetenzzentrum der Rehabilitation im Rahmen einer Kooperation unterstützend tätig werden. Mit den Kassenärztlichen Vereinigungen sind deshalb bereits erste Verhandlungen geführt worden, um ein solches Fortbildungsangebot in Kooperation mit der DEGEMED zeitnah realisieren zu können.

Ausweitung möglich
Vorrangige Aufgabe im Jahr 2005 ist es jetzt, die notwendigen Strukturen für das Bildungsinstitut aufzubauen. Das Projekt in Niedersachsen könnte aber sehr bald als Modell für andere Regionen dienen. Parallel wird deshalb schon jetzt über eine Ausweitung der Kooperation über die Ländergrenzen hinaus nachgedacht.

Mehr Infos unter www.gesundheitundbildung.de

„Grenzenlos – Globales Lernen im Dialog“
17.06.05
Der World University Service (WUS) bietet mit dem Projekt “Grenzenlos – Globales Lernen im Dialog” die Möglichkeit eines Austausches zwischen ausländischen Studierenden und Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Ihnen sollen globale Zusammenhänge vermittelt werden und damit unerwartete Einblicke in fremde Lebenswelten. Durch den Perspektivwechsel entstehen neue Zusammenhänge, die zum Nachdenken anregen.


Mit der Konzeption von „Grenzenlos“ griff der World University Service eine Anregung von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul auf, bei internationalen Themen im Unterricht „ganz besonders auch die Kenntnisse und Fähigkeiten der Vielen einzubeziehen, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind, um hier zu leben, zu arbeiten oder zu studieren“.
Das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen im Dialog“, das als „offizielles Projekt der UN-Weltdekade 2005/06 Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde, wird seit Juni 2003 in Berlin, Brandenburg und Hessen realisiert.

Experten aus dem Ausland in den Schulen
An den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland sind etwa 200.000 ausländische Studierende eingeschrieben. Gut ein Drittel von ihnen kommt aus den Ländern Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas. Als Experten für die Situation in ihren jeweiligen Herkunftsländern und für das Leben und Arbeiten in der „Fremde“ können sie einen gewichtigen Beitrag leisten, Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Schulunterrichts interkulturelle Qualifikationen und Kompetenzen sowie Kenntnisse zu politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten aus den jeweiligen Herkunftsländern zu vermitteln.
Die Nutzung der Ressourcen ausländischer Studierender für die schulische Bildungsarbeit und ihre „Aufwertung“ vom Lernenden (in der Hochschule) zum Lehrenden (in Schule und Unterricht) entsprechen auch zentralen Empfehlungen des Kongresses „Bildung 21 – Lernen für eine gerechte und zukunftsfähige Entwicklung“ vom September 2000. Darin heißt es: „Der Süden ist Lernpartner, nicht Lernobjekt Globalen Lernens. Das bedeutet unabdingbar, die Ressourcen ausländischer Studierender, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Pädagoginnen und Pädagogen wie auch anderer in Deutschland lebender Migrantinnen und Migranten einzubeziehen.“

Vorteile von Lehrkooperationen
Die erfolgreiche Umsetzung von „Grenzenlos“ und eine vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Auftrag gegebene Evaluierung des Projektes bestätigen, dass ausländische Studierende für den Einsatz in Schule und Unterricht als besonders geeignete Mittler angesehen werden. Gründe dafür sind:

* Ausländische Studierende verbinden interkulturelle Kompetenzen und Sachkunde zu ihren Herkunftsländern regelmäßig mit einer für den Einsatz in der Bildungsarbeit unverzichtbaren Sprachkompetenz.
* Im Ausland Studierende gehören zur Bildungselite ihrer Herkunftsländer. Sie sind daher in der Mehrzahl besonders geeignet, sowohl ihre Situation in Deutschland als auch die politischen, sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Gegebenheiten in ihren Herkunftsländern kritisch zu reflektieren und nach entsprechender didaktischer Qualifizierung reflektiert zu vermitteln.
* Ausländische Studierende stehen – anders als z.B. die Eltern von Migranten- und Flüchtlingskinder – in keinem Abhängigkeitsverhältnis zur Institution Schule. Der „Dialog auf Augenhöhe“ mit Lehrkräften in Vorbereitung und Durchführung von Unterrichtseinheiten und Projekten wird hierdurch sehr erleichtert.

Im Jahr 2004 gab es über 100 solcher Lehrkooperationen zwischen Studierenden aus Lateinamerika, Asien und Afrika und Lehrkräften an 27 Schulen in Berlin, Brandenburg und Hessen. In diesem Jahr können erstmalig auch Lehrerinnen und Lehrer in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz mit den studentischen Lehrpartnern „frischen Wind“ durch ihre Klassenzimmer wehen lassen.

Bevor die Studierenden mit ihrer Arbeit in den Schulen beginnen, werden sie in Seminaren von Lehrerinnen und Lehrern methodisch-didaktisch vorbereitet. Nach Bestehen der Prüfung werden sie als „facilitator for global and intercultural education“ offiziell zertifiziert.

Begeisterung, Neugierde und manchmal Skepsis
Die von den Studierenden aufgegriffenen Themen reichen von „Musik als Protest – Entwicklung und Vielfalt der Musik Lateinamerikas“ über „Leben in einer postkolonialen Gesellschaft am Beispiel des Benin“ bis hin zu der „Verschuldungskrise am Beispiel Perus“. Diese werden an fachbereichs- und klassenübergreifenden Projekttagen und in Unterrichtseinheiten behandelt.

Die Studierenden bringen ihr „erlebtes Wissen“ in den Unterricht ein. Diese besondere Form der Authentizität fasziniert die Kinder und Jugendlichen und nicht zuletzt die Lehrkräfte.
In Briefen an einen zuvor zu Besuch gewesenen Studenten aus Eritrea sollten Schüler einer 5. Klasse aufschreiben, was sie besonders beeindruckt hatte. Die meisten Schülerinnen und Schüler dieser Klasse beschrieben, wie er mit seiner Familie vor dem Krieg geflohen war und wie er erst als Flüchtlingskind in Deutschland Schnee kennen lernte.

Zwei hessische Schülerinnen kommentierten ihre Erfahrung mit dem Lernen aus „erster Hand“ in einem Brief an zwei Studenten: „Es war schön von euch über den Tschad und Äthiopien erzählt zu bekommen, da ihr dort geboren und aufgewachsen seid. Wenn unsere Lehrerin uns über die Geschichte Afrikas berichten würde, könnte man sich nicht sicher sein, ob das der Wahrheit entspricht.“
Eine zunächst skeptische Brandenburger Schülerin äußerte sich über den Lateinamerikatag an ihrer Schule so: „Ich bin nicht mit großen Erwartungen in den Projekttag gegangen, aber es stellte sich heraus, dass es echt interessant war, andere Länder und Kulturen kennen zu lernen!“

Lehrerinnen und Lehrer sind durchweg von den engen Kooperationen mit den außerschulischen Expertinnen und Experten begeistert, weil die Studierenden viele und genaue Informationen weitergegeben haben, über die die Lehrkräfte nicht verfügten. Es gab Äußerungen wie „[...] es kam zu regen Interaktionen zwischen Studentin und Schülern und zu einem kaum von mir gesteuerten Lernprozess.“ Oder: „Gebannt verfolgten meine Schüler den Vortrag und das Gespräch, weitaus konzentrierter als dies in herkömmlichen Stunden der Fall ist.“

Der World University Service (WUS) bietet zur Entwicklung von Lehrkooperationen eigens so genannte Kooperationsseminare und Kooperationstage an. Während dieser Seminare haben Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, die am Projekt teilnehmenden Studentinnen und Studenten kennen zu lernen und im Laufe des Seminars gemeinsam mit ihnen Unterrichtseinheiten zu besprechen und Termine abzuklären.


Die Autorin Anne Kirchenbüchler ist Kulturwissenschaftlerin und seit Juni 2003 beim World University Service für das Projekt "Grenzenlos – Globales Lernen im Dialog" verantwortlich.

Mit freundlicher Genehmigung von Bildungplus. Mehr unter: http://bildungplus.forumbildung.de

Neues Berufskolleg für Medien und Kommunikation
29.04.05
„Grünes Licht“ hat die Macromedia GmbH jetzt von der Landesschulbehörde für die Gründung eines neuen „Privaten Berufskollegs für Medien und Kommunikation“ bekommen.

Ab dem 1. September kann hier dann der dreijährige Ausbildungsgang „Mediengestalter/in für Digital- und Printmedien“ mit anschließender IHK-Prüfung absolviert werden.

Wie Akademieleiter Gundolf Renze erläuterte, bietet das Privatkolleg der Macromedia GmbH angesichts knapper Ausbildungsplätze in der Medien- und Kommunikationsbranche „talentierten und engagierten jungen Leuten eine Alternative zur betrieblichen Bildung“. Er verwies auf langjährige Erfahrungen der Macromedia GmbH in diesem Bereich, denn bereits seit 1999 würden in Osnabrück im Rahmen von zweijährigen Umschulungen Mediengestalter auf die IHK-Abschlussprüfungen vorbereitet.

Mehr Infos unter www.macromedia.de

Aktuelle Studie zur Weiterbildung
18.04.05

Das Interesse an Weiterbildung ist in Deutschland ungebrochen, die Beteiligung an entsprechenden Angeboten jedoch weiter rückläufig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Berichtssystems Weiterbildung 2003, das am Dienstag in Berlin vorgelegt wurde.

Im Vergleich fällt die Teilnahmequote an formal organisierter Weiterbildung in Lehrgängen und Kursen gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2000 um zwei Prozentpunkte auf 41 Prozent. Dies betrifft vor allem die berufliche Weiterbildung, die gegenüber 2000 um drei Punkte auf 26 Prozent sinkt. Dagegen bleibt die Quote bei der allgemeinen Weiterbildung stabil bei 26 Prozent. Am stärksten gefragt sind dort die Bereiche Computer, EDV, Internet sowie Fremdsprachen. Bei den Erwerbstätigen sinkt die Beteiligung auch bei der informellen beruflichen Weiterbildung, also der außerhalb von Lehrgängen oder Kursen, um sechs Punkte auf 61 Prozent.

Insgesamt haben 68 Prozent der 19 - 64jährigen im Jahr 2003 an einer oder mehreren Formen der Weiterbildung teilgenommen. Die Erhebung bestätigt den Trend, nach dem vor allem jüngere sowie besser ausgebildete Menschen Weiterbildungsangebote wahrnehmen. In der Altersgruppe 19 - 34 und 35 - 49 Jahren betrug die Weiterbildungsquote jeweils 46 Prozent, unter den 50-64jährigen werden nur 31 Prozent erreicht. Befragte mit Abitur erreichen in der Weiterbildung eine Quote von 59 Prozent. Unter denjenigen mit niedrigerem Schulabschluss lag sie dagegen nur bei 28 Prozent.

Ein ähnlich aussagekräftiges Ergebnis zeigt sich bei Vorliegen eines beruflichen Bildungsabschlusses. Demnach bilden sich Personen mit Hochschulabschluss zu 62 Prozent weiter, ohne Berufsausbildung sind es nur 23 Prozent. Gleichzeitig nehmen Erwerbstätige häufiger an Weiterbildung teil (48 Prozent) als Nicht-Erwerbstätige (26 Prozent). Beamte beteiligen sich stärker (68 Prozent) als Selbstständige (55 Prozent), Angestellte (49 Prozent) und Arbeiter (31 Prozent).

Die Weiterbildungs-Teilnahme von Frauen (40 Prozent) und Männern (42 Prozent) ist praktisch gleich. Ausländer (29 Prozent) sind gegenüber Deutschen (42 Prozent) deutlich unterrepräsentiert.

Das Berichtssystem Weiterbildung besteht seit 1979 und ist die einzige Gesamtdarstellung zur Weiterbildung in Deutschland. Die Daten für die jüngste Untersuchung wurden von TNS-Infratest erhoben.

(Quelle: BMBF)

Die Studie finden Sie auch im Internet unter: http://www.bmbf.de/pub/berichtssystem_weiterbildung_9.pdf


Integration durch Qualifizierung
18.04.05

Jugendliche mit Migrationshintergrund sind die Verlierer im deutschen Bildungssystem. Ein Interview mit  Wolfgang Fehl.

Wolfgang Fehl
Wolfgang Fehl

Bildung PLUS: Die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund nimmt immer mehr ab. Wie kann man da Abhilfe schaffen?

Fehl: Sie erwarten jetzt wahrscheinlich, dass ich mehr Beratungsangebote fordere; aber Projekte, in denen Migrantinnen und Migranten selbst initiativ sind, wirken noch besser. Deshalb muss auf lange Sicht noch viel stärker verdeutlicht werden, wie wichtig Qualifizierung für die Integration in die Gesellschaft ist. Zum Beispiel gründeten wir in Köln vor einigen Jahren den EX-Azubi-Stammtisch, der jetzt BQN-Treff heißt: Junge Menschen, die bereits erfolgreich eine Berufsausbildung durchlaufen haben, gaben und geben ihre Erkenntnisse an andere weiter – und das sowohl in der Muttersprache als auch in Deutsch.
Diese jungen Leute haben eine Schlüsselrolle und zwar aus folgendem Grund: Ganz besonders wichtig für die Berufsorientierung junger Menschen sind Eltern, Verwandte und Freunde der Jugendlichen. Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass Lebensplanungen bei Migrantinnen und Migranten in der Familie getroffen werden. Die Unterstützung des sozialen Umfelds ist aber nur möglich, wenn ein Zutrauen in das System der beruflichen Qualifizierung vorhanden ist. Dieses Zutrauen kann es nur geben, wenn die Menschen das System kennen und verstehen. Und wer könnte das besser vermitteln als jemand, der aus der gleichen Kultur kommt und die gleiche Sprache spricht. Das große Potenzial, das bei den Migrantinnen und Migranten selbst liegt, wird in Köln mit dem Projekt „BQN IHK + HWK Region Köln“, das meine Kollegin Kiymet Akpinar leitet, gezielt eingesetzt. Der BQN-Treff ist inzwischen eine feste Größe geworden, der mit der Agentur für Arbeit, den Wirtschaftskammern und den Migrantenorganisationen kooperiert.

(Anmerkung der Red.: BQN IHK + HWK Region Köln: Beratungsstelle zur Qualifizierung von Nachwuchskräften mit Migrationshintergrund - BQN ist ein Gemeinschaftsprojekt der Handwerkskammer zu Köln und der Industrie- und Handelskammer zu Köln)

Bildung PLUS: Wie schwierig ist es, die Eltern vom Nutzen einer guten Ausbildung zu überzeugen?

Fehl: Die meisten Eltern sind hochmotiviert in Bezug auf die Bildung ihrer Kinder. Nur an den Informationen fehlt es. Es gilt, die Unkenntnis über das berufliche Ausbildungssystem abzubauen. Dies schaffen am besten Migrantinnen und Migranten, die in Deutschland ihre beruflichen Erfahrungen gemacht haben. Eltern wissen immer noch sehr wenig über die Möglichkeiten der beruflichen Bildung. Ganz einfach deshalb, weil sie aus ihren Herkunftsländern die Besonderheiten der beruflichen Bildung in Deutschland nicht kennen. Als die erste Generation damals einen Job suchte, war es auch gar nicht nötig, eine Ausbildung zu machen oder darüber Bescheid zu wissen. So weit muss man aber gar nicht zurückgehen: Auch in den 80er Jahren wurden Jugendliche, die ihren Eltern nach Deutschland folgten, in berufsvorbereitenden Kursen fit gemacht in der deutschen Sprache. Durch Betriebspraktika bekamen sie auch schnell eine Arbeit – aber eben meist keine Ausbildung. Diese Menschen liegen mir persönlich besonders am Herzen, denn mittlerweile sind sie vierzig, haben Kinder und immer noch keine Berufsausbildung.

Natürlich ist die Qualifizierung von Jugendlichen von besonderem Interesse, aber man darf auch die Elterngeneration selbst nicht abschreiben. Die Zahlen sprechen ja für sich: 74 Prozent der arbeitslos gemeldeten Ausländerinnen und Ausländer haben keine abgeschlossene und/oder hier anerkannte Berufsausbildung. Arbeitsplätze, die nur geringe Qualifikationen erfordern, fallen natürlich als erstes weg. Genau an diesem Punkt setzt auch das neue bundesweite Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ an. Durch Information, Beratung und Qualifizierung Arbeitsplätze sichern und somit Arbeitslosigkeit vermeiden, andererseits bereits arbeitslos gewordenen Migrantinnen und Migranten den Weg zurück in den Beruf ebnen.

Bildung PLUS:  Wie kommt man an die Eltern heran?

Fehl: Das Stichwort heißt Multiplikatoren. Alle, die nah an den Eltern dran sind, müssen wir für diese Arbeit gewinnen. Das können ausländische Lehrer sein, Vorsitzende von Migrantenvereinen, von Moscheen oder griechischen Gemeinden – um nur einige Beispiele zu nennen. Wir haben diese Personen eingeladen und sie mit den Beraterinnen und Beratern der Agenturen für Arbeit und der Wirtschaftskammern und mit Ausbilderinnen und Ausbildern der Betriebe des Handwerks, der Industrie und des Handels zusammengebracht. Diese Multiplikatoren sind Gold wert. Wenn sie die nötigen Kontakte und das fachliche Rüstzeug haben, werden sie oft selbst aktiv werden und organisieren – zum Beispiel zusammen mit der BQN – Elternabende. Solche Elternabende machen besonderen Sinn, wenn sie ausschließlich für eine ethnische Gruppe und – neben Deutsch – in der jeweiligen Muttersprache angeboten werden.

Bei diesen Veranstaltungen sind neben „Vorbildern“ des BQN-Treffs auch immer Berufsberater anwesend. Man kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist, das Eis zwischen den Beteiligten aufzutauen. Wenn die Eltern beispielsweise die Berufsberaterin erst einmal persönlich kennen gelernt haben, fällt ihnen der Schritt zur eigenen Beratung im Amt oder zur Begleitung ihrer Kinder bei deren Beratung viel leichter.

Bildung PLUS: Sie erwähnten schon mehrmals die Muttersprache bei der Ansprache von Zuwanderern – welche Rolle spielt sie?

Fehl: Beim Erstkontakt ist die Muttersprache oft unerlässlich, sie ist eine wichtige emotionale Brücke. Mitglieder des BQN-Treffs spielen insofern bei der Informationsarbeit eine wichtige Rolle, weil Sie als Vorbilder besser verstanden werden. Deshalb plädiere ich auch für eine verstärkte Förderung der Muttersprache in allgemeinbildenden Schulen, damit junge Migrantinnen und Migranten ihre Muttersprache auch als zusätzliche Kompetenz bei der Ausbildungsstellensuche anbieten können.

Bildung PLUS: Im Unterricht der Berufsschule scheitern Jugendliche mit Migrationshintergrund immer wieder sprachlich an der Fachtheorie. Das Problem scheint in der Schule zu liegen, in der diese Jugendlichen, anscheinend nicht das sprachliche Rüstzeug mitbekommen...

Fehl: Aus vielen Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Deutschkompetenz in letzter Zeit tatsächlich eher ab- als zunimmt. Die Funktionssprache Deutsch ist oft nicht stark genug entwickelt, um bei der Konkurrenz um Ausbildungsplätze mithalten zu können. Ich will hier keinen schwarzen Peter verteilen, aber wahrscheinlich wäre es sinnvoll, wenn sich die Lehrerinnen und Lehrer aller Fächer auch als Sprachlehrer verstehen würden. Hilfreich wäre bestimmt, wenn ein Jugendlicher mit Migrationshintergrund z.B. auch den Mathematikunterricht als vertiefenden Sprachunterricht erfahren würde. Um dies zu tun, müsste den Lehrern natürlich die Gelegenheit gegeben werden, diese Unterrichtskompetenz auch selbst zu erlernen.

Bei dem Begriff Sprachunterricht darf aber nicht nur die deutsche Sprache gemeint sein. Es ist doch wunderbar, wenn jemand eine andere Muttersprache als Deutsch hat. Dieses Potenzial müsste in der Schule und in der beruflichen Ausbildung von der Umgangssprache zur Fachsprache weiterentwickelt werden. Aus diesem Grund kann ich auch nicht verstehen, dass das erfolgreiche Projekt “Binationale Berufsausbildung“ Mitte 2004 nach 16 erfolgreichen Jahren beendet wurde. In diesem Projekt erhielten die Auszubildenden mit Migrationshintergrund parallel zu ihrer Berufsausbildung eine fachsprachliche Unterweisung in der Muttersprache und absolvierten im Heimatland ihrer Eltern ein ausführliches Berufspraktikum. Nicht nur im europäischen Kontext, sondern auch mit Blick auf Kunden mit Migrationshintergrund, Kommunikation und persönlichen Erfahrungshorizont von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat so ein Projekt auch für die deutschen Unternehmen immense Vorteile. Die Muttersprache der Jugendlichen ist ein Schatz, der gehoben werden kann und der zum Nutzen aller ist. Voraussetzung ist eine entsprechende Förderung.

Bildung PLUS: Besonders deutlich tritt die Benachteiligung von Migratinnen und Migranten in der Hauptschule hervor, die von einigen Experten als „Restschule“ bezeichnet wird...

Fehl: Diese Ansicht kann ich aus meiner Erfahrung nicht teilen. Ich habe in Kölner Hauptschulen sehr motivierte Lehrer getroffen, die sich intensiv um die Verzahnung mit beruflicher Praxis bemühen: durch Praktika, Kooperationen mit einzelnen Betrieben und Wirtschaftsorganisationen. Im Mikrokosmos Schule sieht es manchmal anders aus als auf der Ebene der allgemeinen Bildungsdiskussion. Deshalb teile ich diese grundsätzliche Ausgrenzung der Hauptschule nicht.

Bildung PLUS: Jetzt gibt es ja rund 280.000 Unternehmen in Deutschland, die von Inhabern mit Migrationshintergrund geführt werden. Da liegt es doch nahe zu glauben, dass diese Zuwanderer beruflich erfolgreich und hervorragend integriert sind. Dennoch bilden nur sehr wenige von ihnen auch aus. Woran liegt das? Sind die bürokratischen Hürden zu hoch?

Fehl: Die Diskussion um das Pro und Contra des Meisters in Handwerksberufen bildet nur einen Teil der Realität ab. In vielen industriellen und kaufmännischen Berufen braucht man keinen Meisterbrief, um auszubilden. Meiner Einschätzung nach existieren viele Hürden deshalb, weil in Deutschland bisher zu wenige Menschen mit Migrationshintergrund in den Chefetagen von Unternehmen oder Verbänden vertreten sind. Außerdem sollten verstärkt Unternehmer mit Migrationshintergrund für die Ausbildung gewonnen werden, wie es zum Beispiel durch KAUSA, die Koordinierungsstelle Ausbildung in ausländischen Unternehmen, und zahlreiche regionale Projekte beispielhaft praktiziert wird. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind zu gewinnen, die oft früher als Un- oder Angelernte tätig waren und sich dann selbstständig gemacht haben. Wie soll jemand ohne eigene Ausbildungserfahrung in der Lage sein auszubilden? Information und Kooperation ist auch an dieser Stelle das Erfolgsrezept.

Die Industrie- und Handelskammer zu Köln hat z.B. vor einigen Jahren zusammen mit dem Türkisch-Deutschen Unternehmerverein ausländische Unternehmer für die Ausbildung gewinnen können. Die IHK hat die Unternehmen geprüft, beraten und zu Ausbilderinnen bzw. Ausbildern geschult: Danach haben diese Betriebe zusätzliche Ausbildungsplätze eingerichtet. Das Gleiche ist mit kroatischen Gastronomen gemacht worden – die Zusammenarbeit mit deutsch-ausländischen Unternehmerverbänden hat sich mittlerweile etabliert.

Bildung PLUS: Seit PISA haben viele internationale Studien die Benachteiligung der Migrantinnen und Migranten im deutschen Bildungssystem angeprangert. Ist Ihre Arbeit durch dieses öffentliche Interesse leichter geworden?

Fehl: Tatsächlich merke ich in Gesprächen mit Unternehmen und Verbänden, dass für das Themengebiet Migration, Integration und Partizipation eine deutlich höhere Sensibilität vorherrscht als früher. Mittlerweile kommen die Beteiligten auf beiden Seiten aus ihren Ecken heraus, setzen sich an einen Tisch und überlegen gemeinsam, was man tun könnte. Die OECD hat zum Beispiel durch ihre Studien und ihr Auftreten eine Menge dazu beigetragen, dass die Diskussion um dieses Thema positiv angekurbelt wurde.

Wolfgang Fehl hat fünfzehn Jahre Projekte zur Förderung der beruflichen Qualifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund bei der Industrie- und Handelskammer zu Köln und bei der Handwerkskammer zu Köln geleitet (BQN, BQN II und Pro Qualifizierung). Seit Januar 2005 ist er Leiter des bundesweiten Koordinierungsprojekts „Integration durch Qualifizierung“ bei der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk, Düsseldorf.



Autor: Udo Löffler
Mit freundlicher Genehmigung von Bildung plus
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Schulen brauchen eine neue Lernkultur
18.04.05

Für Fragen rund um das Thema Ganztagsschule bekommen Schulen, Eltern und Jugendeinrichtungen jetzt eine neue Anlaufstelle.

Wolf-Michael Catenhusen, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), hat jetzt in Berlin gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) die erste Serviceagentur "Ganztägig lernen" eröffnet. "Entscheidend ist, dass durch neue Ganztagsschulangebote eine neue Lernkultur in Deutschland entsteht", sagte Catenhusen.

Serviceagenturen unterstützen und begleiten Schulen bei der Gestaltung ihrer Ganztagsschulangebote. Neben Berlin sind in 13 weiteren Ländern Agenturen im Aufbau (in Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen) beziehungsweise in Planung (Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt).

Catenhusen wies darauf hin, dass das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" der Bundesregierung und die inhaltliche Begleitung der Ganztagsschulen gut vorankomme. "Die Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern ist ein Modell, das auf ein breites Interesse bei Schülern und Eltern stößt." Die Verzahnung von Unterricht und Nachmittagsangeboten schaffe den notwendigen Freiraum für mehr Teamarbeit von Lehrern und außerschulischen Fachkräften. Catenhusen hob hervor, dass in diesem Schuljahr bereits über 3.000 Schulen von den Investitionsmitteln der Bundesregierung profitierten. Die Bundesregierung stellt den Ländern für den Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen bis 2007 insgesamt vier Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Serviceagenturen werden im Rahmen des im Herbst 2004 gegründeten DKJS-Begleitprogramms "Ganztägig lernen" eingerichtet. Das BMBF unterstützt das Programm "Ganztägig lernen" mit mehr als 3 Millionen Euro, etwa die gleiche Summe kommt noch einmal vom Europäischen Sozialfonds hinzu.

Quelle: BMBF

Ansprechpartnerin für die Berliner Serviceagentur "Ganztägig lernen":
Charlotte von Wangenheim
Berliner Serviceagentur "Ganztägig lernen"
Chausseestraße 29
10115 Berlin
E-Mail: charlotte.wangenheim@ganztaegig-lernen.de
Tel.: 030 / 24 04 55 65
Weitere Informationen im Internet unter :
www.ganztaegig-lernen.de sowie www.ganztagsschulen.org

 

Bildungsserver sind Fundgrube für LehrerInnen
18.04.05

Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer nutzen das Internet und versorgen sich dort mit Anregungen und Material für ihren Unterricht. Um in der Informationsflut fündig zu werden, nutzen sie für ihre Recherche meist gängige Suchmaschinen wie Google oder Yahoo.

Dr. Friedhelm Schumacher,
Gerhard Koch
Wie stehen Landesbildungsserver und Deutscher Bildungsserver zueinander?
Bekanntlich ist Bildung Ländersache. Als sich in den 90er Jahren mit dem Internet die Informationslandschaft zu ändern begann und das BMBF 1996 die Initiative „Schulen ans Netz“ begründete, war man sich gleichzeitig der Notwendigkeit eines Navigators für das deutsche Bildungssystem bewusst – und förderte parallel das Projekt „Deutscher Bildungsserver“ an der Humboldt-Universität. Im Jahr 1999 wurde der Bildungsserver dann beim Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung / DIPF als Daueraufgabe angesiedelt. Für den Schulbereich beim Deutschen Bildungsserver zeichnete von Beginn an für die Länder das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht / FWU verantwortlich. Einbezogen wurde dabei auch das SchulWeb, das schon 1995 an der Humboldt-Universität online gegangen war. Nach und nach entstanden in den einzelnen Bundesländern dann die Landesbildungsserver, deren Träger Landesinstitute, Ministerien, Schulbehörden oder Akademien bzw. Landesinstitute für Lehrerfortbildung sind. Ihrer Aufgabe, moderne Medien in die Schule einzubinden und Lehrern praxisbezogene Materialien für den Unterricht zur Verfügung zu stellen, kommen meist als Redakteure freigestellte Lehrer nach. Sie entwickeln eigene Materialien oder adaptieren Fremdmaterial. Auch das Informationsangebot des Deutschen Bildungsservers wird von Experten, Dokumentaren und Fachredakteuren fachmännisch betreut. Im Unterschied zu den Landesbildungsservern, die meist eigene Inhalte bereitstellen, ist der Deutsche Bildungsserver ein reiner Verweisserver, der empfehlenswerte Inhalte anderer Anbieter über kommentierte Links erschließt – und dabei eben auch ganz ausführlich auf die Inhalte der Landesbildungsserver verweist. Die „Portale zur schulischen Medienbildung“ sind ein gutes, aktuelles Beispiel für diese Zusammenarbeit.

Nutzungszahlen sprechen für das Informationsangebot von bildungsserver.de
Durchschnittlich 3 Mio. Seitenaufrufe und ca. 500.000 Arbeitssitzungen zählt das Statistikprogramm des Deutschen Bildungsservers Monat für Monat; im Jahr kommen so 30 Mio. Pageviews und 5,5 Mio. Sessions zustande. Für einen Wegweiser durch die deutsche Bildungslandschaft ist das ein ausnehmend guter Schnitt, liegen den Arbeitssitzungen doch 65-minütige Aufenthalte und Recherchen zugrunde. Zu verdanken sind die hohen Nutzungszahlen des Bildungsportals seinem umfangreichen, strukturierten und qualitativ hochwertigen Angebot: So finden verschiedene Interessentengruppen wie Schüler/innen, Lehrer/innen, Studierende, Wissenschaftler/innen, Erzieher/innen, Auszubildende und Weiterbildungsinteressierte Seiten, die genau auf ihren Informationsbedarf zugeschnitten sind. Aber auch wer zu bestimmten Themen sucht, findet im Themenkatalog des Bildungsservers strukturiert aufbereitete Informationen. Die Baumstruktur, die allen Themen wie Elementarbildung, Berufliche Bildung, Hochschulbildung, Behindertenpädagogik oder Sozialpädagogik zugrunde liegt, unterstützt die Nutzer Schritt für Schritt bei ihrer Recherche. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit, über verschiedene Suchfunktionen direkt im Datenpool des Bildungsservers zu recherchieren.

Internet und Landesbildungsserver sind eine unerschöpfliche Fundgrube
Für Gerhard Koch vom Landesbildungsserver Baden-Württemberg ist das Internet eine unerschöpfliche Fundgrube. Die Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer dort finden, lesen oder herunterladen können, sind außerordentlich vielfältig: fachliche und fachdidaktische Materialien und Quellen zur Unterrichtsvorbereitung, aufbereitete Unterrichtsmaterialien in den verschiedensten Formen und Formaten (Word, PDF, EXCEL, PPT – Downloads), Internet-Seiten, Medien (Bilder, Videos, Audios ... ), Präsentations- und Dokumentations-Hilfsmittel, z.B. für den handlungsorientierten Unterricht, interaktive Materialien für Lehrer und Schüler und auch E-Learning-Plattformen. Allesamt eignen sich diese Materialien dazu, sie für den eigenen Unterricht zu adaptieren oder nachzuahmen. Und auf den Landesbildungsservern finden sich dazu auch sehr viele Beispiele.

Fertige Aufgaben nachahmen
Auf dem baden-württembergischen Landesbildungsserver finden sich zum Beispiel Übungen zum Bruchrechnen mit Excel-Tabellen. Ein Smiley am Ende jeder Aufgabe zeigt an, ob das errechnete Ergebnis richtig oder falsch ist. Im Unterricht können diese Aufgaben „konventionell“ – Schüler üben mit Hilfe dieser Tabellen – oder aber kreativ eingesetzt werden: Schüler erstellen selbst derartige Tabellen. Als „kooperativer Content-Server“ mit den Arbeitsschwerpunkten Pädagogik, Didaktik und Fachinhalte gibt der baden-württembergische Landesbildungsserver Hilfestellung bei der Integration moderner Medien in den Unterricht aller Fächer und aller Schularten. Dazu stellt er das entsprechende Material und die notwendigen Informationen bereit. Und das Unterrichtsmaterial selbst ist vorher sogar unter authentischen Bedingungen von Lehrerinnen und Lehrern vor Ort erprobt worden.

Interaktive Materialien aus dem Internet
Ein anderes Beispiel aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, hier allerdings fürs Interagieren, stammt auch aus dem baden-württembergischen Landesbildungsserver: Physik Online. Hier findet man eine Sammlung von kostenlosen Online-Simulationen und -programmen für den Unterricht oder zu seiner Vor- und Nachbereitung. Die Materialien, kurze anschauliche Filme in java-applets verpackt, sind sortiert nach Teilgebieten und Stufen und zu finden unter http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/physik/online_material.

In learn:line, dem Landesbildungsserver Nordrhein-Westfalen, der beim Landesinstitut für Schule, Soest, angesiedelt ist, findet sich ein weiteres schönes Beispiel für das gelungene Interagieren mit Hilfe der Neuen Medien. Im Buchbasar „Hier sind eure Bücher“ werden Kinder- und Jugendbücher von den Kindern und Jugendlichen selbst altersgerecht vorgestellt.

Entwickeltes Unterrichtsmaterial für eigene Zwecke adaptieren
Eine Camera Obscura kann mit seinen Schülerinnen und Schülern nachbauen, wer den Brandenburgischen Bildungsserver vom Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Brandenburg in Ludwigsfelde anklickt. Er hält im Rahmen einer ganzen Unterrichtseinheit die Bauanleitung zu diesem optischen Gerät bereit. Ein schönes Beispiel also für die Verknüpfung eines physikalischen und künstlerischen Themas in der 9. Jahrgangsstufe – die Camera Obscura als Thema im Unterricht. Bildungsportale wie der Deutsche Bildungsserver und die Landesbildungsserver sind, um noch einmal Gerhard Koch zu zitieren: Fachportale für Experten im Bildungsbereich. Und Lehrer – aber nicht nur sie – sind solche Experten, die in diesen unerschöpflichen Fundgruben noch sehr viele wertvolle Schätze bergen können.

Autorin:Christine Schumann

Mit freundlicher Genehmigung von Bildung Plus www.bildungplus.forumbildung.de

Cambridge-Zertifikate für Wüsten-SchülerInnen
18.04.05
Zehn Schülern und Schülerinnen des Gymnasiums in der Wüste ist jetzt das weltweit anerkannte „Cambridge First Certificate“ überreicht worden.

Zusammen mit VHS-Dozentin Sandra Denby hatten sich die Elftklässler im Rahmen einer 20-stündigen AG intensiv auf die sechsstündige Prüfung vor einer unabhängigen Kommission vorbereitet.

 

Für den sechszehnjährigen Kai Vornberger ist das selbst finanzierte und mit viel freiwilligem Arbeitsaufwand erworbene Cambridge-Zertifikat dabei „eine Option für das Auslandsstudium“. Andere wie Nils Jungnickel oder Magaly Leconte haben die Pluspunkte bei zukünftigen Bewerbungen oder auch ein duales Studium im Blick.

Schulleiter Benno Haunhorst sprach in diesem Sinne von einem „Trend, schon während der Schulzeit internationale anerkannte Sprach-Zertifikate zu erwerben“. In Kooperation mit der Volkshochschule nimmt das Gymnasium in der Wüste dabei für die Region eine Vorreiterrolle ein. Aufgrund der positiven Erfahrungen plant Englischlehrerin Birgit Engelbrecht entsprechende Zusatzangebote in Zukunft noch auszuweiten.

Grußworte zur Eröffnung
18.04.05
Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und Landrat Manfred Hugo gratulieren zur Eröffnung des OS-Bildungslotsen.
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
in Zeiten gravierender gesellschaftlicher Umbrüche und rasanter Veränderungen ist Bildung der entscheidende Schlüssel für die persönliche und berufliche Entwicklung eines jeden Menschen. Bildung ist damit auch der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Region und unserer Gesellschaft.
In Osnabrück ermöglichen rund 130 Weiterbildungseinrichtungen mit einer breiten Angebotspalette ein „lebenslanges Lernen“. Bei der großen Vielfalt ist es bisher nicht ganz leicht gewesen, möglichst schnell das passgenaue Angebot zu finden.
Wir freuen uns daher sehr, dass das Weiterbildungsportal „OS-Bildungslotse“ der Lernenden Region Osnabrück zukünftig für einen schnellen Durchblick in unserer vielfältigen Bildungslandschaft sorgt. Mit „einem Klick können“ Sie hier die Leistungs-Profile und Angebote der meisten regionalen Weiterbildungseinrichtungen finden. Mit dem „OS-Bildungslotsen“ haben wir ein entscheidendes Instrument für eine bürgerfreundliche Bildungslandschaft in Stadt und Landkreis Osnabrück geschaffen.
Entdecken Sie mit dem Bildungslotsen Ihre Möglichkeiten und eröffnen Sie sich neue berufliche oder persönliche Perspektiven – wir wünschen Ihnen viel Freude und viel Erfolg dabei!

Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip

Landrat Manfred Hugo



Offizielle Eröffnung des OS-Bildungslotsen
18.04.05

Gemeinsam vom niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, sowie durch Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und Landrat Manfred Hugo wurde der „OS-Bildungslotse“ jetzt im Haus der Volkshochschule offiziell eröffnet.

Lutz Stratmann lobte den „OS-Bildungslotsen“ als innovatives und „exemplarisches Modell für regionale Weiterbildungs-portale“ und wünschte sich ein „vernetztes Lernland Niedersachsen.“
Wie der Minister hoben auch Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und Landrat Manfred Hugo den Beitrag des OS-Bildungslotsen für das lebenslange Lernen hervor. In einer sich rapide wandelnden Gesellschaft sei die Weiterbildung ein entscheidender Schlüssel für die persönliche und berufliche Entwicklung eines jeden Menschen und damit auch ein Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Der Bildungslotse führe zielsicher durch das „manchmal schwierige und unübersichtliche Revier der Weiterbildung“ und sorge für den „schnellen Durchblick“.
Im „OS-Bildungslotsen“ präsentieren sich schon jetzt rund 80 Weiterbildungseinrichtungen mit ihren Leistungsprofilen und Kontaktdaten sowie ihren Angeboten – die Liste reicht von der Akademie Überlingen und dem Bildungswerk Verdi über Handwerkskammer, IHK, Klinikum und Macromedia bis zu den Volkshochschulen. Über 3.000 aktuelle Weiterbildungsan-gebote sind in der Datenbank versammelt, die über komfortable Suchfunktionen blitzschnell zu durchkämmen und auch direkt zu buchen sind.
Neben der Suchmaschine bietet der „OS-Bildungslotse“ noch eine Bildungsbörse von privat für privat und wartet mit aktuellen Themen, Trends und Meldungen rund um das Thema Weiterbildung auf. Kurz- bis mittelfristig soll auch noch ein „Forum für Weiterbildung“ und ein „Dozentenpool“ dazu kommen. Wie Projektmanager Dr. Karsten Herrmann von der Lernenden Region erläuterte, kann sich jeder Weiterbildungsanbieter in der Region noch bis zum Juli 2006 kostenlos am OS-Bildungslotsen beteiligen. Ziel sei es, den OS-Bildungslotsen zum „zentralen Eingang in das Reich der Weiterbildung auszubauen und als starken Katalysator für das lebenslange Lernen in der Region zu etablieren.“

 





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